Prof. Dr. phil
Kunst und ihre Didaktik
* 1965


Was ist ein ArtEduCamp?

Ein BarCamp ist eine Konferenz. Eine Unkonferenz, eine Konferenz, die keine ist, aber weiß, dass es solche auch gibt. Beide Veranstaltungsformate sind Plattformen für den kollektiven Umgang mit Wissen. Das BarCamp ist eine im Vergleich sehr offene Form, sowohl bezogen auf den Teilnehmerkreis als auch bezogen auf die zu verhandelnden Themen. Programm und Inhalte werden von den Teilnehmern selber im Verlauf und abhängig von diesem Verlauf entwickelt. Ein BarCamp dient – anders als andere Tagungsformen – nicht hauptsächlich der Verteilung von Wissen, das schon feststeht, sondern fördert durch entsprechende Diskursformen die Produktion und Weiterentwicklung von neuem Wissen.

Diskursformen
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(Vilem Flusser: Vorlesungen zur Kommunikologie, S. 21ff)

Im Kreisdialog werden bestehende Informationen zu neuen Informationen synthetisiert. Im Dialog werden unter den hinsichtlich Vorwissen, Kompetenzen und Perspektive heterogenen Teilnehmern Bedeutungen ausgehandelt und nach gemeinsamen Nennern für zu lösende Probleme gesucht. Es entsteht neues Wissen.
Auch der Netzdialog spielt eine wesentliche Rolle. Es ist die archaische und basisdemokratische Form der Kommunikation: Klatsch, Tratsch, Flurfunk, Schulhof, Gerüchteküche und Internet sind typische Beispiele. Gemeinsam ist ihnen, dass jeder Beteiligte als Knotenpunkt im Netz ein potentieller Sender ist. Der Dialog kann sich ohne Einschränkungen und Regeln in alle Richtungen ausbreiten. Durch Zerstreuung und äußere Einflüsse kann bestehende Information transformiert und dadurch neue Information geschaffen.
BarCamps nutzen diese Effekte, indem intensiver Gebrauch von social media tools gemacht, Twitterwalls u.ä. als zusätzliche Kommunikationskanäle geöffnet werden und dem Socialising am Bistrotisch und in der Recreationarea besonderer Wert zugemessen wird.

Partizipation
Die Zeit für ernst gemeinte Theaterdiskurse, die das vermeintlich gesicherte Wissen im Modus one-to-many verteilen wollen, ist abgelaufen. Das funktioniert nicht mehr. Continue reading Was ist ein ArtEduCamp?…

Interview zum Selbstverständnis Hochschullehrer

ralfa & Co hatten mir anlässlich des Wechsels nach Köln ein paar Fragen im Rückblick auf Hamburg gestellt. Die Antworten sind im Kommentierten Vorlesungsverzeichnis des *mms der Uni Hamburg veröffentlicht. (Vielen Dank auch, ralfa&co, für den netten Nachruf dort!!)

  • Was möchten Sie der Fakultät mit auf den Weg geben?
  • Was war das Wichtigste/Wertvollste, das Sie hier gelernt haben?
  • Was war Ihre nachhaltigste Erfahrung?
  • Was würden Sie sich für die Fakultät wünschen, was sollte beibehalten und was sollte geändert werden?
  • Welche Frage stellen Sie mit Vorliebe an ihre Studenten? Und was wäre Ihre Antwort darauf?

Was möchten Sie der Fakultät mit auf den Weg geben?
Als ich Ende 2009 die Fakultät verlassen habe, war die EPB Fackelträger in Bezug auf die (sinnvolle) Integration aktueller Medientechnologie in die Hochschullehre. Der Vizepräsident für Lehre der Universität Hamburg, Holger Fischer, hielt den Vorsprung gegenüber den anderen Fakultäten der UHH gar mehrfach für “uneinholbar”. Auch überregional ist die EPB für ihre innovative Seite hier weit bekannt und geschätzt. Ich habe aber den Verdacht, dass Continue reading Interview zum Selbstverständnis Hochschullehrer…

Stealth-Technologien und cultural hacking für die nächste Universität

Mit dieser Verkleidung ihres Arbeitsgeräts können sich Digital Natives und andere in der Universität der Buchkultur Deplatzierte perfekt tarnen. “Mimesis” ist der biologische Fachbegriff für diese Form der Anpassung eines Lebewesens an seine Umwelt. Stabheuschrecken sehen aus wie trockene Äste, Zahnspinner imitieren die Rinde bestimmter Laubbäume und Gespenstschrecken werden von optisch orientierten Fressfeinden für grüne Blätter gehalten. Die Tiere ahmen Gestalt, Farbe, Haltung eines Teils ihres Lebensraumes nach, sodass potentielle Feinde sie nicht mehr von der Umgebung unterscheiden können oder für uninteressant halten. Sie fallen nicht auf. Daraus ergibt sich in der Regel ein Überlebensvorteil.
Auch Menschen ahmen in der Form sozialer Mimesis “Gestalt”, “Farbe”, “Haltung” (und die entsprechenden Äquivalente) von Teilen ihres Lebensraumes nach. Das ist wesentlicher Bestandteil des Vorgangs, den man “Sozialisation” nennt. In der sozialen Umwelt Universität scheint es manchmal noch ein Überlebensvorteil, wenn man “echte” Bücher mit sich herumträgt anstelle von Note-, Mac- oder Webbooks. Die hier verwendete Stealth-Technologie scheint mir in diesem Kontext allerdings eher eine Art cultural hacking der Hochschulkultur (das man allerdings auch als “mimetisches Prozessieren” verstehen kann). Continue reading Stealth-Technologien und cultural hacking für die nächste Universität…

Did you know … about ePedagogy?

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Ralf hat eine schöne Werbung für den Studiengang MA ePedagogy Design – visual knowledge culture (zukünftig in Kooperation der University of Arts an Design Helsinki und dem Institut für Kunst an der Universität zu Köln) gebaut. did you know…?

Skills für das Überleben in der Wissensgesellschaft

Zum gestrigen Beitrag – Sind Sie Experte? Nein, ich kann googeln #Mediokratie, #Wissensmanagement – noch: In bzw. neben dem schon erwähnten taz-Artikel, der die Serie über das “Lernen 2.0″ startete, wird Tony Wagner zitiert. Er nennt 7 survival skills, die Schüler für das Überleben in der Wissensgesellschaft erwerben sollten:

  • critical thinking and problem solving
  • collaboration across networks and leading by influence
  • agility and adaptability
  • initiative and entrepreneurship
  • effective oral and written communication
  • accessing and analyzing information
  • curiosity and imagination.

Gefragt sind nun vernünftige Übersetzungen und Interpretationen der hier verwendeten Begrifflichkeiten – die in der taz vorgeschlagenen z.B. scheinen mir eher vom Babelfish produziert zu sein… Wer hat bessere Vorschläge?

Den Spalt zwischen den mit diesen Skills verbundem Anspruch und dem, was die (us-amerikanischen) Schulen tatsächlich hervorbringen, nennt Wagner den “Global Achievment Gap”. So auch der Titel seines neuen Buchs. Bin gespannt …

Microblogging, Ambient Sound der Wissensgesellschaft und das Ende der Expertokratie

Genial, wie jonas28 die Dinge hier innerhalb von (zweimal) 140 Zeichen auf den Punkt bringt:

jonas28 … “Sind sie Jurist?” – “ne ich kann googlen!” #kirchenaustritt

jonas28 Mir ist es gerade als erstem menschen im bezirksamt eimsbüttel gelungen einen #kirchenaustritt für eine andere person durchzuführen

Eigentlich interessiert mich an meinen derzeitigen microblogging-Experimenten hauptsächlich der Ambient-Sound der Wissensgesellschaft, oder wie Christina es nannte, der Ambient-Sound im “Großraumbüro” ” – so, als ob ich im Großraumbüro sitze und immer mal wieder zuhöre, was die anderen so sagen.” Die globale Wissensgesellschaft als Großraumbüro … schöne Metapher!!

Aber nun bemerke ich mit großer Freude, welch neue Form von Poesie (= Ver-Dichtung) sich da herausbildet: Das Ende der Expertokratie in 60 Zeichen: “Sind sie Jurist?” – “ne ich kann googlen!” #kirchenaustritt

Rückschau Lehre SoSe 08: Wissenschaftskongress mit 2.-Semestlern und Projektstudium visual knowledge culture

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Das Sommersemester war relativ stark geprägt von der Lehre. Ich habe insgesamt 5 Lehrveranstaltungen durchgeführt und dann noch im letzten Drittel ein weiteres Seminar für einen erkrankten Kollegen übernommen. Da ich in diesem Semester auch einige ganz vielversprechende Experimente in der Lehre durchgeführt habe, scheint eine kleine Rückschau ganz angebracht.
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Hyperkult: Versuch über das Prinzip Database

Ich denke, also bin ich.
(René Descartes)

Naja, du weißt wer du bist. Und du weißt alles Mögliche über dich selbst. Aber was den alltäglichen Kleinkram betrifft, sind Notizen wirklich sinnvoll.
(Leonard Shelby)

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Die traditionsreiche Lüneburger HyperKult-Tagung fand dieses Jahr schon in der ersten Juliwoche statt. Christina Ferner hatte in Ihrem neuen blog schon darüber berichtet. Thema der diesjährigen Tagung war Ordnungen des Wissens. Ich hatte mich mit einem experimentellen Vortrag um Beteiligung beworben, der auf meine Auseinandersetzung mit Christopher Nolans Film Memento und Lev Manovich Behauptung der Database as a symbolic Form zurückgeht. Continue reading Hyperkult: Versuch über das Prinzip Database…

Neuer Vortrag online: Friedrich Hesse: "Dynamik bildungsrelevanter Informationsumwelten"

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Der nächste Vortrag zur Ringvorlesung “Die digitale Zukunft der Universität” ist online: Friedrich Hesse über “Dynamik bildungsrelevanter Informationsumwelten”.

Gastvortrag Manfred Faßler: Universität Nächste Generation

Am 3.6.08, 18:00 Uhr ist Prof. Dr. Manfred Faßler, Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt/M. (Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie; FAMe – Forschungsnetzwerk Anthropologie des Medialen) zu Gast in der Ringvorlesung “Die digitale Zukunft der Universität”. Er wird sprechen über:

“Universitäten stehen im Daten-Wettstreit mit Suchmaschinen, Portalen etc. Ihre Reaktionen auf die entstandene Medienintelligenz, die mit keinem bisherigen Curriculum verbindbar ist, lautet: e-readyness. In Konzepten des e-learning, blended learning und des e-research wird versucht, infrastruktureller Teil der globalen Daten-, Informations- und Wahrnehmungsströme zu werden. Allerdings mangelt es an offenen Wissenskonzepten, die den digitalen Habitaten entsprechen. So lassen sich erhebliche Spannungen zwischen typografischen, infografischen, nach-institutionellen, communityintegrierten und projektgebundenen Wissensverläufen beobachten. Wie können Universitäten auf die Pluralisierung der Wissensmodelle reagieren? Mit verstärktem Anwendungsbezug? Mit Umzug in die Netze? Mit neuen Künsten der Problem- und Projektstellungen?”

[Näheres siehe Podcast Ringvorlesung Medien & Bildung]

www.medialogy.de, Torsten Meyer, Impressum
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