Kunst und ihre Didaktik
* 1965
Stealth-Technologien und cultural hacking für die nächste Universität
Mit dieser Verkleidung ihres Arbeitsgeräts können sich Digital Natives und andere in der Universität der Buchkultur Deplatzierte perfekt tarnen. “Mimesis” ist der biologische Fachbegriff für diese Form der Anpassung eines Lebewesens an seine Umwelt. Stabheuschrecken sehen aus wie trockene Äste, Zahnspinner imitieren die Rinde bestimmter Laubbäume und Gespenstschrecken werden von optisch orientierten Fressfeinden für grüne Blätter gehalten. Die Tiere ahmen Gestalt, Farbe, Haltung eines Teils ihres Lebensraumes nach, sodass potentielle Feinde sie nicht mehr von der Umgebung unterscheiden können oder für uninteressant halten. Sie fallen nicht auf. Daraus ergibt sich in der Regel ein Überlebensvorteil.
Auch Menschen ahmen in der Form sozialer Mimesis “Gestalt”, “Farbe”, “Haltung” (und die entsprechenden Äquivalente) von Teilen ihres Lebensraumes nach. Das ist wesentlicher Bestandteil des Vorgangs, den man “Sozialisation” nennt. In der sozialen Umwelt Universität scheint es manchmal noch ein Überlebensvorteil, wenn man “echte” Bücher mit sich herumträgt anstelle von Note-, Mac- oder Webbooks. Die hier verwendete Stealth-Technologie scheint mir in diesem Kontext allerdings eher eine Art cultural hacking der Hochschulkultur (das man allerdings auch als “mimetisches Prozessieren” verstehen kann). Continue reading Stealth-Technologien und cultural hacking für die nächste Universität…
Did you know … about ePedagogy?
Ralf hat eine schöne Werbung für den Studiengang MA ePedagogy Design – visual knowledge culture (zukünftig in Kooperation der University of Arts an Design Helsinki und dem Institut für Kunst an der Universität zu Köln) gebaut. did you know…?
Skills für das Überleben in der Wissensgesellschaft
Zum gestrigen Beitrag – Sind Sie Experte? Nein, ich kann googeln #Mediokratie, #Wissensmanagement – noch: In bzw. neben dem schon erwähnten taz-Artikel, der die Serie über das “Lernen 2.0″ startete, wird Tony Wagner zitiert. Er nennt 7 survival skills, die Schüler für das Überleben in der Wissensgesellschaft erwerben sollten:
- critical thinking and problem solving
- collaboration across networks and leading by influence
- agility and adaptability
- initiative and entrepreneurship
- effective oral and written communication
- accessing and analyzing information
- curiosity and imagination.
Gefragt sind nun vernünftige Übersetzungen und Interpretationen der hier verwendeten Begrifflichkeiten – die in der taz vorgeschlagenen z.B. scheinen mir eher vom Babelfish produziert zu sein… Wer hat bessere Vorschläge?
Den Spalt zwischen den mit diesen Skills verbundem Anspruch und dem, was die (us-amerikanischen) Schulen tatsächlich hervorbringen, nennt Wagner den “Global Achievment Gap”. So auch der Titel seines neuen Buchs. Bin gespannt …
Microblogging, Ambient Sound der Wissensgesellschaft und das Ende der Expertokratie

Genial, wie jonas28 die Dinge hier innerhalb von (zweimal) 140 Zeichen auf den Punkt bringt:
jonas28 … “Sind sie Jurist?” – “ne ich kann googlen!” #kirchenaustritt
jonas28 Mir ist es gerade als erstem menschen im bezirksamt eimsbüttel gelungen einen #kirchenaustritt für eine andere person durchzuführen
Eigentlich interessiert mich an meinen derzeitigen microblogging-Experimenten hauptsächlich der Ambient-Sound der Wissensgesellschaft, oder wie Christina es nannte, der Ambient-Sound im “Großraumbüro” ” – so, als ob ich im Großraumbüro sitze und immer mal wieder zuhöre, was die anderen so sagen.” Die globale Wissensgesellschaft als Großraumbüro … schöne Metapher!!
Aber nun bemerke ich mit großer Freude, welch neue Form von Poesie (= Ver-Dichtung) sich da herausbildet: Das Ende der Expertokratie in 60 Zeichen: “Sind sie Jurist?” – “ne ich kann googlen!” #kirchenaustritt
Rückschau Lehre SoSe 08: Wissenschaftskongress mit 2.-Semestlern und Projektstudium visual knowledge culture
Das Sommersemester war relativ stark geprägt von der Lehre. Ich habe insgesamt 5 Lehrveranstaltungen durchgeführt und dann noch im letzten Drittel ein weiteres Seminar für einen erkrankten Kollegen übernommen. Da ich in diesem Semester auch einige ganz vielversprechende Experimente in der Lehre durchgeführt habe, scheint eine kleine Rückschau ganz angebracht.
Continue reading Rückschau Lehre SoSe 08: Wissenschaftskongress mit 2.-Semestlern und Projektstudium visual knowledge culture…
Hyperkult: Versuch über das Prinzip Database
Ich denke, also bin ich.
(René Descartes)
Naja, du weißt wer du bist. Und du weißt alles Mögliche über dich selbst. Aber was den alltäglichen Kleinkram betrifft, sind Notizen wirklich sinnvoll.
(Leonard Shelby)

Die traditionsreiche Lüneburger HyperKult-Tagung fand dieses Jahr schon in der ersten Juliwoche statt. Christina Ferner hatte in Ihrem neuen blog schon darüber berichtet. Thema der diesjährigen Tagung war Ordnungen des Wissens. Ich hatte mich mit einem experimentellen Vortrag um Beteiligung beworben, der auf meine Auseinandersetzung mit Christopher Nolans Film Memento und Lev Manovich Behauptung der Database as a symbolic Form zurückgeht. Continue reading Hyperkult: Versuch über das Prinzip Database…
Neuer Vortrag online: Friedrich Hesse: "Dynamik bildungsrelevanter Informationsumwelten"
Der nächste Vortrag zur Ringvorlesung “Die digitale Zukunft der Universität” ist online: Friedrich Hesse über “Dynamik bildungsrelevanter Informationsumwelten”.
Gastvortrag Manfred Faßler: Universität Nächste Generation
Am 3.6.08, 18:00 Uhr ist Prof. Dr. Manfred Faßler, Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt/M. (Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie; FAMe – Forschungsnetzwerk Anthropologie des Medialen) zu Gast in der Ringvorlesung “Die digitale Zukunft der Universität”. Er wird sprechen über:
“Universitäten stehen im Daten-Wettstreit mit Suchmaschinen, Portalen etc. Ihre Reaktionen auf die entstandene Medienintelligenz, die mit keinem bisherigen Curriculum verbindbar ist, lautet: e-readyness. In Konzepten des e-learning, blended learning und des e-research wird versucht, infrastruktureller Teil der globalen Daten-, Informations- und Wahrnehmungsströme zu werden. Allerdings mangelt es an offenen Wissenskonzepten, die den digitalen Habitaten entsprechen. So lassen sich erhebliche Spannungen zwischen typografischen, infografischen, nach-institutionellen, communityintegrierten und projektgebundenen Wissensverläufen beobachten. Wie können Universitäten auf die Pluralisierung der Wissensmodelle reagieren? Mit verstärktem Anwendungsbezug? Mit Umzug in die Netze? Mit neuen Künsten der Problem- und Projektstellungen?”
[Näheres siehe Podcast Ringvorlesung Medien & Bildung]
Vortrag "Organizing the World's Information"
T. Schaepe hat mich auf diesen interessanten Vortrag im Rahmen des Informatik-Kolloquiums aufmerksam gemacht:
Dr. Nelson M. Mattos, Google Vice-President of Engineering for Europe, Middle East, and Africa,
spricht zu dem Thema “Organizing the World’s Information” am Freitag, den 25. April 2008, 10:00 Uhr im Uni-Hauptgebäude Edmund-Siemers-Allee 1, Hörsaal B (Agathe-Lasch-Hörsaal).
Horizonte und Visionen 2008
“Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen”, soll Alt-Bundeskanzler Schmidt gesagt haben. Das könnte Vorlage für das obige Video gewesen sein: “Essay about the Future.”
Einen möglicherweise vergleichbaren Blick in die Zukunft bietet der Horizon Report für 2008, der vor ein paar Tagen herausgekommen ist. Seit 2002 betreiben New Media Consortium und EDUCAUSE learning initiative das Projekt. Jährlich wird ein Ausblick auf wesentlich erscheinende Entwicklungen im Bereich der Medientechnologien und ihre vermuteten Wirkungen auf den Bildungsbereich gegeben. Schwerpunkt liegt dabei auf dem Hochschulsektor, aber mit etwas Interpolation können Schlüsse für die allgemeinbildende Schule gezogen werden.
Neben der Identifizierung der “Key Emerging Technologies” (jeweils mit Beispielen und weiterführenden Links) werden damit verbundene “Significant Trends” und “Critical Challenges” beschrieben:
Key Emerging Technologies in 3 Time-to-Adaption-Horizons:
1 year or less
- Grassroots Video
- Collaboration Webs
2 to 3 years
- Mobile Broadband (siehe dazu auch das obige Video)
- Data Mashups
4 to 5 years
- Collective Intelligence
- Social Operating Systems
Critical Challenges:
- Significant shifts in scholarship, research, creative expression, and learning have created a need for innovation and leadership at all levels of the academy.
- Higher education is facing a growing expectation to deliver services, content and media to mobile and personal devices.
- The renewed emphasis on collaborative learning is pushing the educational community to develop new forms of interaction and assessment.
- The academy is faced with a need to provide formal instruction in information, visual, and technological literacy as well as in how to create meaningful content with today’s tools.
Significant Trends:
- The growing use of Web 2.0 and social networking—combined with collective intelligence and mass amateurization—is gradually but inexorably changing the practice of scholarship.
- The way we work, collaborate, and communicate is evolving as boundaries become more fluid and globalization increases.
- Access to—and portability of—content is increasing as smaller, more powerful devices are introduced.
- The gap between students’ perception of technology and that of faculty continues to widen.
Download des Horizon Report 2008 als PDF: www.nmc.org/pdf/2008-Horizon-Report.pdf
www.medialogy.de,
Torsten Meyer,
Impressum
Powered by WordPress with my own theme based on Hiperminimalist Theme design by Borja Fernandez.
Entries and comments feeds.
Valid XHTML and CSS.






