Kunst und ihre Didaktik
* 1965
Stealth-Technologien und cultural hacking für die nächste Universität
Mit dieser Verkleidung ihres Arbeitsgeräts können sich Digital Natives und andere in der Universität der Buchkultur Deplatzierte perfekt tarnen. “Mimesis” ist der biologische Fachbegriff für diese Form der Anpassung eines Lebewesens an seine Umwelt. Stabheuschrecken sehen aus wie trockene Äste, Zahnspinner imitieren die Rinde bestimmter Laubbäume und Gespenstschrecken werden von optisch orientierten Fressfeinden für grüne Blätter gehalten. Die Tiere ahmen Gestalt, Farbe, Haltung eines Teils ihres Lebensraumes nach, sodass potentielle Feinde sie nicht mehr von der Umgebung unterscheiden können oder für uninteressant halten. Sie fallen nicht auf. Daraus ergibt sich in der Regel ein Überlebensvorteil.
Auch Menschen ahmen in der Form sozialer Mimesis “Gestalt”, “Farbe”, “Haltung” (und die entsprechenden Äquivalente) von Teilen ihres Lebensraumes nach. Das ist wesentlicher Bestandteil des Vorgangs, den man “Sozialisation” nennt. In der sozialen Umwelt Universität scheint es manchmal noch ein Überlebensvorteil, wenn man “echte” Bücher mit sich herumträgt anstelle von Note-, Mac- oder Webbooks. Die hier verwendete Stealth-Technologie scheint mir in diesem Kontext allerdings eher eine Art cultural hacking der Hochschulkultur (das man allerdings auch als “mimetisches Prozessieren” verstehen kann). Continue reading Stealth-Technologien und cultural hacking für die nächste Universität…
Mapping 1:1 (Durchdringung real/virtuell 2)
Von Jorge Luis Borges stammt diese wunderbare Miniatur über die “Strenge der Wissenschaft”, in der er die abstruse Idee einer Karte im Maßstab 1:1 entwickelt:
“… In jenem Reich erlangte die Kunst der Kartographie eine solche Vollkommenheit, dass die Karte einer einzigen Provinz den Raum einer Stadt einnahm und die Karte des Reichs den einer Provinz. Mit der Zeit befriedigten diese maßlosen Karten nicht länger, und die Kollegs der Kartographen erstellten eine Karte des Reichs, die die Größe des Reichs besaß und sich mit ihm in jedem Punkt deckte …”
Auf der Verbundkonferenz des GBV in Hamburg hatte ich den Bibliothekaren vorgeschlagen, ihre Katalog-Services im Sinne Borges’ zu erweitern und Kataloge im Maßstab 1:1 anzubieten, d.h. alle Volltexte online zur Verfügung zu stellen. Metaphorisch erläutert hatte ich das mit dem GoogleMaps-Pin, den wir kürzlich mit Borges im Hinterkopf auf dem Campus aufgestellt haben. Das war u.a. inspiriert von Aram Bartholls Projekt “Map”.
Auch auf der 11. Schweizerischen Plastikausstellung Biel Utopics wird die soziologisch orientierte Konzeptkunst gefeiert, u.a. mit der obigen Arbeit von Fabrice Gygi und der Ecole Cantonale d’Art de Lausanne: “Projekt für Utopics” (Dank an JHM für den Hinweis!!). Entwickelt sich da so etwas wie google.maps.art?
Passend dazu kam heute morgen via Next Nature der Hinweis auf die wunderbare “GPS Parody” von sheepfilms. Großartig!!
Durchdringung von "realem" und "virtuellem" Raum
Als späte Folge des Seminars „Visual Knowledge Culture“ aus dem Sommersemester 2008 ist nun der GoogleMaps-Pin auf dem Campus realisiert. Im Seminar hatte Markus Reuter die Konzeption entwickelt. Es ging um die gegenseitige Durchdringung von „realem“ und „virtuellem“ Raum.
Markus Reuter und Ole Koch haben für die Realisierung einen zwei Meter großen GoogleMaps Marker gebaut und vor der Fakultät EPB installiert Die Beschriftung des Markers in Form einer Sprechblase verweißt mit Hilfe einer URL und eines QR-Codes auf eine Webseite, die das Projekt beschreibt.
Relaunch ePUSH
Alex hat das ePUSH-blog neu gestaltet. Großes Lob!! Angelehnt an das Design der Broschüre zur Projekthalbzeit graphisch sehr schön gelöst und außerdem nun sehr übersichtlich bzgl. der einzelnen Projektmaßnahmen … [mehr]
Das Morgen trifft auf vorgestern
Heute morgen überrascht mich die taz mit der Ankündigung, ab sofort in loser Folge das “Lernen2.0″ zu beleuchten: Mit Reportagen aus Laptop-Klassen, Portraits von Lernen mit Blogs und Wikis, Interviews mit Vordenkern des neuen Lernens. (siehe diesen Artikel, Randbemerkung)
Das hat mich relativ verblüfft, weil das Buzzword “Lernen2.0″ zwar durchaus schon hier und da aufgetaucht ist, aber ich es als noch nicht so schwerwiegend angesehen hatte, dass die taz gleich eine Folge dazu anschiebt. Aber vielleicht bewegen sich die Dinge doch viel schneller als gedacht …
Passend zum Geschwindigkeitsthema lese ich um 16:12 Uhr eine mail, die ralfa um 13:57 Uhr herumschickte (erste Kommentare von roitsch um 14:29) mit dem Hinweis auf die neue Kampagne der Kaplan-University, aufgeschnappt “natürlich per twitter”, wie ralfa schrieb (um z.B. mich endlich zum aktiven Twittern zu überreden): twitter.com/OwenKelly/status/1101716232 (thanks Owen!!).
Und dann überrascht mich der Clip selbst auch noch wieder bzgl. Geschwindigkeit der Change-Management-Prozesse … “I stand before you today …”, spricht der Hochschullehrer da, “… to apologize. The system has failed … ” – Wer hätte das (jetzt schon) erwartet? Ein (Hoch-)Schullehrer, der sich für das Bildungssystem entschuldigt “steeped in traditions and old ideas” – unbedingt angucken!!
The times they are a changing …
ePUSH Präsentation 1. Halbzeit
Am vergangenen Donnerstag fand die Präsentation der Zwischenergebnisse der aktuellen 4 ELCH-Projekte in der Handwerkskammer statt. ePUSH hat dabei offenbar einen recht guten Eindruck gemacht. Die eindrucksvolle Keynote-Präsentation hat Alex gerade online gestellt.
Guten Eindruck hat auch unsere Broschüre über den Projektzwischenstand gemacht. Auf Anfrage können wir gern einzelne Exemplare an Interessierte verschicken.
Insgesamt kann man, denke ich, wirklich von einem (Zwischen-)Erfolg sprechen. Vielen, vielen Dank noch einmal an alle Mit- und ZuarbeiterInnen!! Ich wünsche uns weiterhin so produktive Kooperation in der zweiten Halbzeit!
Tortendiagramme, Bauklötzer und ePUSH als Grassroot-Movement
Über infosthetics.com habe ich dieses geniale Tortendiagramm bei GraphJam gefunden. Es besticht durch vorbildlich saubere Empirie der dargestellten Datenlage und unmittelbare Anschaulichkeit des Sachverhalts. Vor allem besteht hier nicht, wie bei vielen anderen abstrakten Datenvisualisierungen die Gefahr, dass das Beschriebene mit der Beschreibung, z.B. die Speisekarte mit dem Essen verwechselt wird ( ;-).
Schön in diesem Zusammenhang übrigens auch der Hinweis auf den pac-man-pie-chart im Kommentar bei Infosthetics:
Im Rahmen der visuellen Evaluation von ePUSH suchen wir nach interessanten Möglichkeiten, den Projektverlauf und (hoffentlich) Projekterfolg sichtbar zu machen: Was sind die Indizes? Wie werden sie ins Bild gesetzt? Woran könnte man den Projekterfolg (kurzfristig) messen? Anzahl der bloggenden Professoren? Anzahl der Studenten, die ihr webbook mit in die Uni bringen? Anzahl der aufgehängten interactive whiteboards? Oder der darauf präsentierten Referate? usw. usf. …
Anfang des vergangenen Semesters hatten wir zunächst die Ausgangslage analysiert und uns ein Bild über das Mediennutzungsverhalten der Studierenden der Fakultät gemacht. Das werden wir zu Beginn des Wintersemesters wiederholen und verfeinern. Die Daten sollen möglichst Aufsehenerregend dargestellt werden, also z.B. statt Standard-Excel-Balkendiagrammen wie etwa im eLearning-Barometer eine Realisierung (im doppelten Sinn) z.B. mit Bauklötzern als genial simple Form von physical information sculptures. (Siehe dazu auch noch einmal das Projekt Of All The People In All The World von Stan’s Cafe Theatre Company, das die Welt mithilfe von Reiskörnern darzustellen sucht. Die Anregung von Joshua Callaghan kam wiederum via infosthetics.com)
Die Ergebnisse der Erhebung im vergangenen Semester sind in Form eines interaktiven Grassroot-Movement im Webmagzin life.epb.uni-hamburg.de online zu sehen. Weiteres wird folgen …
KVV Medien & Bildung WiSe 08/09
Das Kommentierte Vorlesungsverzeichnis für den Bereich “Medien & Bildung” ist im Druck. Ab sofort ist das KVV auch als PDF komplett downloadable im Archiv oder auch über die Ankündigung von r.. Ab nächster Woche wird die Papierversion wie üblich in den Fakultätsgebäuden ausliegen.
Neben den Lehrveranstaltungen im Bereich “Medien & Bildung” sind wie immer die Workshops des *mms aufgeführt, man findet allgemeine Infos über das Medienzentrum und Spezielles zu den laufenden Projekten im Bereich, ePUSH, life usw. – das Editorial beschäftigt sich mit dem “Sofa für die virtuelle Welt”
Das neue Webmagazin der Fakultät EPB ist online: life
Wie Christina Ferner im ePUSH-blog berichtet, ist das neue online Webmagazin der Fakultät pünktlich online gegangen. Unter http://life.epb.uni-hamburg.de kann man ab sofort auf dem Laufenden bleiben über das aktuelle universitäre Geschehen an der Fakultät EPB – übrigens auch per rss.
life befindet sich aktuell noch in der Betaphase, aber z.B. das Portrait unsers Dekans (im Bild auch als “Steuermann” der Fakultät) ist schon sehr lesenswert …
Science TV – DFG goes YouTube
Die Deutsche Forschungsgesellschaft wendet sich nun medienadäquat an die YouTube-Generation. Science TV soll v.a. die 14- bis 19-Jährigen ansprechen (darüber hinaus aber auch “Lehrerinnen und Lehrer, Medienfachleute und die große Gruppe der an Wissenschaft interessierten Zuschauer”).
Ähnliches planen wir gerade im Rahmen ePUSH (weil wir glauben, dass es auch die 20- bis 30-Jährigen anspricht). Der Arbeitsbereich eCommunityBuilding (Christina Ferner) arbeitet an einem neuen Webportal unter life.epb.uni-hamburg.de. Dort sollen verteilte Informationen aus den Departments, Sektionen, Arbeitsbereichen, Forschungsgruppen etc. der Fakultät gebündelt und zentral zur Verfügung gestellt werden. Und dort soll es auch Platz für Video-Portraits von Lehrenden, Forschenden und ihren Forschungsthemen. (Ein weiteres Beispiel auch an der Universität Zürich)
Presseinfo der DFG zu Science TV: www.dfg.de/aktuelles_presse/pressemitteilungen …
www.medialogy.de,
Torsten Meyer,
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