Coming soon: Kontrolle und Selbstkontrolle

Nun ist es im Druck und also bald endlich wirklich da!! Gerade höre ich, dass unser #Geheimprojekt 1 zum Thema ePortfolio am 9.12.2010 erscheinen soll:

Meyer, Torsten; Mayrberger, Kerstin; Münte-Goussar, Stephan; Schwalbe, Christina (Hg.): Kontrolle und Selbstkontrolle. Zur Ambivalenz von E-Portfolios in Bildungsprozessen, Wiesbaden: VS 2010 (Medienbildung und Gesellschaft Bd. 19)

Das Buch dokumentiert die Ringvorlesung Kontrolle und Selbstkontrolle im Sommersemester 2009, den ePortfolio-Tag auf der Campus Innovation 2009 und überhaupt die Arbeit der ePortfolio-AG im Rahmen des Projekts ePUSH.

E-Portfolios und digitale Lerntagebücher, Social Networks und Bewertungs-Plattformen für Schulen, Lehrer und Lehrveranstaltungen – die aktuellen Entwicklungen der Medientechnologie fördern Transparenz und Öffentlichkeit. Durch die damit zusammenhängenden Kulturtechniken entwickeln sich neue Formen von Kontrolle und Selbstkontrolle. Die Individuen übernehmen selbst die Verantwortung für ihre Bildung. Durch freiere Wahl der Lernwege und -ziele verlieren traditionelle Verfahren der Leistungsmessung und Zugangsberechtigung an Bedeutung. Lernende können für ihre Kompetenzen und Talente direkt um Anerkennung werben. Die Liberalisierung von Bildung geht aber mit ihrer Ökonomisierung einher. Der Gegenstand der bildenden Bemächtigung ist nicht mehr die Welt, sondern die eigene Vita. Vor dem Hintergrund der ambivalenten Mechanismen von Kontrolle und Selbstkontrolle eröffnen die Beiträge in diesem Band ebenso weite wie fokussierte Perspektiven auf neue Medientechnologie und die Konjunktur des Portfolios in der Bildung.

Mit Beiträgen von: Peter Baasch, Peter Baumgartner, Detlev Bieler, Iris Bruckner, Thomas Czerwionka, Matthias Fink, Thomas Häcker, Sara Haese, Wolf Hilzensauer, Klaus Himpsl-Gutermann, Benjamin Jörissen, Rudolf Kammerl, Sönke Knutzen, Anne-Britt Mahler, Kerstin Mayrberger, Marianne Merkt, Torsten Meyer, Stephan Münte-Goussar, Corinna Peters, Sebastian Plönges, Ramon Reichert, Gabi Reinmann, Theo Röhle, Sandra Schaffert, Christina Schwalbe, Silvia Sippel, Thomas Sporer, Thomas Unruh

(und #Geheimprojekt 2 zum Thema ePortfolio kommt auch ganz bald!!)

Hyperkult: Versuch über das Prinzip Database

Ich denke, also bin ich.
(René Descartes)

Naja, du weißt wer du bist. Und du weißt alles Mögliche über dich selbst. Aber was den alltäglichen Kleinkram betrifft, sind Notizen wirklich sinnvoll.
(Leonard Shelby)

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Die traditionsreiche Lüneburger HyperKult-Tagung fand dieses Jahr schon in der ersten Juliwoche statt. Christina Ferner hatte in Ihrem neuen blog schon darüber berichtet. Thema der diesjährigen Tagung war Ordnungen des Wissens. Ich hatte mich mit einem experimentellen Vortrag um Beteiligung beworben, der auf meine Auseinandersetzung mit Christopher Nolans Film Memento und Lev Manovich Behauptung der Database as a symbolic Form zurückgeht. Weiterlesen

ISP-Blog-Award

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Der angekündigte ISP-Blog-Award wurde im Rahmen des Nachbereitungsseminars zum Schulpraktikum am vorletzten Wochenende ausgeknobelt. Platz Nummer eins belegt Frau Kübler mit Ihrem blog Frau Kübler geht zur Schule. Auf Platz 2 und 3 wählten die SeminarteilnehmerInnen STEVI07’S WEBLOG und logbuchpraktikum.blogger.de. Als „studienrelevanten Sachpreis“ gab es – leider nur für den ersten Platz – ein Exemplar von „Bildung im Neuen Medium“.

Insgesamt hat sich, denke ich, die Bloggerei als Praktikumsportfolio (als Grundlage für einen problemorientierten Praktikumsbericht) bewährt. Interessant in diesem Zusammenhang sind auch die Tagclouds (siehe oben, Beispiel Frau Kübler), aus denen ein zumindest „wolkiger“ Überblick über die Themen, die die Studerenden während des ersten Schulpraktikums für relevant halten. Ich werde das Portfolio-Bloggen beim nächsten Durchlauf wieder wärmstens empfehlen. Auch die Arbeit in den 3 Kleingruppen (je 8-10 Teilnehmer) hat sich im Nachhinein sehr bewährt. Im Vorbereitungsseminar haben sich die Studierenden gegenseitig (und per Video-Aufzeichnung auch jeweils selbst) beim „MicroTeaching“ in der Lehrerrolle beobachtet und kritisiert, im Rahmen des Nachbereitungsblocks haben sie in diesen Gruppen „problemorientierte Praktikumserfahrungsberichte“ präsentiert und diskutiert.

Trotz oder wegen des sehr guten Wetters an diesem Wochenende war die Veranstaltung sehr angenehm: Interessierte, motivierte Studierende, die sehr engagiert miteinander diskutiert haben und sich laut eigenem Bekunden „nicht perfekt vor-, aber hervorragend nachbereitet“ fühlten und „nun (trotz anfänglicher Bedenken) erst recht Lehrer werden wollen.“

Vielen Dank an alle Beteiligten!!

Burgzeitung und Praktikumsblog-Award

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Jan Schmietendorf (sehr engagierter Lehrer und Sprachlernkoordinator im Grundschulbereich an der Schule an der Burgweide) hatte an meinem Begleit-Seminar zum integrierten Schulpraktikum mitgewirkt. Im Rahmen der Schreibwerkstatt (produktionsorientiertes Schreiben in der Grundschule) hat er nun die Burgzeitung als weblog eingerichtet. Er mailt mir: „Inhalt ab Klasse vier? Wie alt wird gebloggt? Sind Blogs relevant im Kontext Schule? Grundschule?“ – Ja! Ja! Ja!!!!

Zu diesen Fragen, siehe auch die Aktivitäten von Lehrer Röhe. Auch er hatte dankenswerter Weise mitgewirkt am ISP-Seminar. Er betreibt schon seit längerer Zeit ein blog mit seinen Schülern an der Bugenhagen-Schule und hat von höchst nachahmenswerten Erfahrungen berichtet.

Am nächsten Wochenende findet das Nachbereitungsseminar für das Schulpraktikum statt. Ich bin sehr gespannt auf die inzwischen hoffentlich wohl verdauten Erfahrungen der Studierenden mit sich selbst in der Lehrerrolle. Wegen der vielen bloggenden Praktikanten habe ich einen Praktikumsblog-Award ausgeschrieben. Es soll das beste, schlauste, interessanteste, informativste, aufsehenerrendste, … ISP-Praktikums-Portfolio-Blog ermittelt werden. Dem Gewinner/der Gewinnerin winken wertvolle, studienrelevante Sachpreise!!! Preisverleihung wird am Sonntag im Rahmen des Nachbereitungsseminars sein. (Blogbetreiber dürfen inzwischen noch
verbessern, verlängern, aufpimpen und tunen. Blogleser dürfen durch Kommentare Ihren Teil dazu tun!)

Bloggende Praktikanten

Die Vorlesungsfreie Zeit verbringe ich diesmal mit der Betreuung von Studierenden im integrierten Schulpraktikum. Das 4-wöchige Praktikum ist verbunden mit einem Vorbereitungs- und einem Nachbereitungsseminar.

Wie ich es seit einigen Semestern in (fast) allen meiner Lehrveranstaltungen anempfehle, soll auch hier mit einem ePortfolio gearbeitet werden. Das ist hier doppelt sinnvoll, weil es Praktikum und Vor- und Nachbereitungsseminar über eine Laufzeit von fast einem Jahr semantisch vernetzen kann und auch eine recht gute Grundlage für einen problemorientierten Praktikumsbericht liefert. Bei anderen Seminaren verbinde ich die Portfolio-Arbeit gern mit dem Assessment und mache am Ende des Semesters eine kurze mündliche Prüfung, bei der mir die Studierende anhand ihres Portfolios erläutern, womit sie sich im vergangenen Semester gedanklich beschäftigt haben und wie sie es mit anderen gedanklichen Beschäftigungen im Studium (und außerhalb) verbinden.

Wie immer empfehle ich verschiedene Tools für das ePortfolio:

Verblüffend für mich: Bei dieser Veranstaltung wird extrem viel geblogged. Immerhin 14 von 24 Studenten nutzen (für diesen Zweck neu eingerichtete) blogs als Portfolio-Tool. Das ist erstaunlich, weil beim blog theoretisch die ganze Welt mitlesen kann, und (obwohl sie das ganz sicher nicht tut) nach meinen Erfahrungen mit dem bloggen entsprechende Ängste, auch die eigenen Schwächen öffentlich zu machen, verbunden werden. (r. hatte dazu auch kürzlich hier nebenan geschrieben: loveitorchangeit: Plädoyer für offene ePortfolios) Vielleicht ist in diesem Fall (Schulpraktikum, erste Erfahrungen auf der „anderen Seite des Lehrerpults“, Auseinandersetzung mit der eigenen Interpretation der Lehrerrolle usw.) aber gerade das Öffentlichkeitsargument in die andere Richtung überzeugend, weil es ganz offenbar hilft, beruhigt, fasziniert, … den anderen bei den gleichen Erfahrungen über die Schultern zu gucken?

Nicht ganz unschuldig an der Bloggerei sind aber sicher auch r., der von Zeit zu Zeit ausgeholfen hat, und der bloggende Lehrer Röhe, der als betreuende und mitwirkende Lehrkraft in das Praktikum eingebunden ist.

Besonders interessant finde ich dieses Phänomen vor dem Hintergrund des größten Dramas des Lehrerberufs, nämlich dass der Lehrer üblicherweise hinter sich die Tür schließt, sobald er zu arbeiten beginnt …