Kunst und ihre Didaktik
* 1965
Stealth-Technologien und cultural hacking für die nächste Universität
Mit dieser Verkleidung ihres Arbeitsgeräts können sich Digital Natives und andere in der Universität der Buchkultur Deplatzierte perfekt tarnen. “Mimesis” ist der biologische Fachbegriff für diese Form der Anpassung eines Lebewesens an seine Umwelt. Stabheuschrecken sehen aus wie trockene Äste, Zahnspinner imitieren die Rinde bestimmter Laubbäume und Gespenstschrecken werden von optisch orientierten Fressfeinden für grüne Blätter gehalten. Die Tiere ahmen Gestalt, Farbe, Haltung eines Teils ihres Lebensraumes nach, sodass potentielle Feinde sie nicht mehr von der Umgebung unterscheiden können oder für uninteressant halten. Sie fallen nicht auf. Daraus ergibt sich in der Regel ein Überlebensvorteil.
Auch Menschen ahmen in der Form sozialer Mimesis “Gestalt”, “Farbe”, “Haltung” (und die entsprechenden Äquivalente) von Teilen ihres Lebensraumes nach. Das ist wesentlicher Bestandteil des Vorgangs, den man “Sozialisation” nennt. In der sozialen Umwelt Universität scheint es manchmal noch ein Überlebensvorteil, wenn man “echte” Bücher mit sich herumträgt anstelle von Note-, Mac- oder Webbooks. Die hier verwendete Stealth-Technologie scheint mir in diesem Kontext allerdings eher eine Art cultural hacking der Hochschulkultur (das man allerdings auch als “mimetisches Prozessieren” verstehen kann). Continue reading Stealth-Technologien und cultural hacking für die nächste Universität…
Luftgitarren-Kongress: Dienstkleidung
Die Bedenken gegenüber der jüngeren Generation können nun erhärtet werden: Ich schlage vor, die Mitglieder der Initiativgruppe jüngerer Kunstpädagogen einigen sich auf diese T-Shirts als Dienstkleidung für den nächsten Bundeskongresses. Dann wird es, wie von Älteren befürchet, wirklich ein “Luftgitarren-Kongress”

[headlineshirts via graphjam]
Internet in der Hosentasche
Bei Dangerously Irrelevant habe ich dies gefunden: Wenn die digital natives das Internet in der Hosentasche mit sich herumtragen, macht es keinen wirklichen Sinn mehr, Fragen zu stellen, die sich per copy/paste aus (z.B.) der wikipedia beantworten lassen.
Scott McLeod hatte zu diesem Thema schon vor einiger Zeit einen ganz interessanten blog-Beitrag verfasst: Ein Quiz bestehend aus zwanzig Fragen, die direkt verlinkt sind mit den zugehörigen Google-Suchergebnissen. Für nahezu alle Fragen liefert Google bereits mit dem ersten oder zweiten Ergebnis die richtige Antwort …
Grassroot Technology
Alex hatte uns im Kontext der ePUSH-Maßnahme e-Infrastructure und seiner Beschäftigung mit interactive whiteboards schon vor ein paar Monaten das Video von Johnny Lee gezeigt. Mittels extrem günstiger Hardware (Wii Remote und selbstgebastelter Infrarot-Stifte) hat er ein überaus interessantes neues Interface gebaut. (Und unser genialer neuer studentischer Mitarbeiter Ole hat den Infrared-Lightpen schon gleich nachgebaut, nur noch viel besser!)
Offenbar haben auch die finnischen und spanischen Kommilitonen, die beim international seminar epedagogy Design im ZKM die Ergebnisse ihres Semester-Projekts Envisioning new interfaces in cooperative media culture vorgeführt haben, dieses Video gesehen und eine ähnliche Vorrichtung gebastelt.
Laut YouTube haben seit Dezember 2007 1.371.354 Menschen dieses Video mit der Bastelanleitung gesehen. Selbst wenn nur ein winziger Teil der Besucher das multitouch whiteboard für 45,- € nachbaut und weiter mit der Technologie herumexperimentiert und diese weiterentwickelt, sollten sich die Hersteller der großen Lösungen schon mal auf heftige user generated Konkurrenz einstellen. Ich bin gespannt, was die diesmal auf YouTube basierende collective intelligence (siehe dazu auch das Thema grassroot video im Horizon Report 2008) in den nächsten Monaten noch hervorbringt …
Horizonte und Visionen 2008
“Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen”, soll Alt-Bundeskanzler Schmidt gesagt haben. Das könnte Vorlage für das obige Video gewesen sein: “Essay about the Future.”
Einen möglicherweise vergleichbaren Blick in die Zukunft bietet der Horizon Report für 2008, der vor ein paar Tagen herausgekommen ist. Seit 2002 betreiben New Media Consortium und EDUCAUSE learning initiative das Projekt. Jährlich wird ein Ausblick auf wesentlich erscheinende Entwicklungen im Bereich der Medientechnologien und ihre vermuteten Wirkungen auf den Bildungsbereich gegeben. Schwerpunkt liegt dabei auf dem Hochschulsektor, aber mit etwas Interpolation können Schlüsse für die allgemeinbildende Schule gezogen werden.
Neben der Identifizierung der “Key Emerging Technologies” (jeweils mit Beispielen und weiterführenden Links) werden damit verbundene “Significant Trends” und “Critical Challenges” beschrieben:
Key Emerging Technologies in 3 Time-to-Adaption-Horizons:
1 year or less
- Grassroots Video
- Collaboration Webs
2 to 3 years
- Mobile Broadband (siehe dazu auch das obige Video)
- Data Mashups
4 to 5 years
- Collective Intelligence
- Social Operating Systems
Critical Challenges:
- Significant shifts in scholarship, research, creative expression, and learning have created a need for innovation and leadership at all levels of the academy.
- Higher education is facing a growing expectation to deliver services, content and media to mobile and personal devices.
- The renewed emphasis on collaborative learning is pushing the educational community to develop new forms of interaction and assessment.
- The academy is faced with a need to provide formal instruction in information, visual, and technological literacy as well as in how to create meaningful content with today’s tools.
Significant Trends:
- The growing use of Web 2.0 and social networking—combined with collective intelligence and mass amateurization—is gradually but inexorably changing the practice of scholarship.
- The way we work, collaborate, and communicate is evolving as boundaries become more fluid and globalization increases.
- Access to—and portability of—content is increasing as smaller, more powerful devices are introduced.
- The gap between students’ perception of technology and that of faculty continues to widen.
Download des Horizon Report 2008 als PDF: www.nmc.org/pdf/2008-Horizon-Report.pdf
www.medialogy.de,
Torsten Meyer,
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