Wusstest Du? Karl Fisch's "shift happens" lokalisiert

Seit heute morgen gibt es eine deutschsprachige Version von Karl Fisch’s Präsentation „Did you know“ (bzw. „shift happens“ -> siehe Hinweis auf Version 2.0 am 4.7.07) bei TeacherTube. Der Übersetzer und CoCreatr, Bernd Nürnberger von der deutschen Schule Tokyo Yokohama, persönlich hatte mich darauf hingewiesen. Vielen Dank noch einmal!!

Wusstest Du? Did You Know 1.9.de (TeacherTube)
Und (4.12.07 entdeckt) außerdem bei YouTube

YOU_ser: Das Jahrhundert des Konsumenten

Nachdem das Time-Magazine Dich zur person of the year 2006 erkoren hatte, rückst Du nun auch im ZKM Karlsruhe in den Mittelpunkt: Du bist Inhalt der Großausstellung YOU_ser (21.1.0.07-6.1.09).

Im Konzept spricht Peter Weibel (voll web2.0-kompatibel) von einer neuen Nutzerkunst: Im 21. Jahrhundert erzeugt nun der Betrachter durch die Möglichkeiten des Internets auch die Inhalte der Kunstwerke, die untereinander ausgetauscht und im Netz frei verteilt werden können. Der Betrachter wird zum Nutzer/User. Die Ausstellung YOU_ser: Das Jahrhundert des Konsumenten zeigt in den nächsten ein bis zwei Jahren mit wechselnden Kunstwerken und Positionen erstmals Konturen dieser neuen Nutzerkunst.

students today

r. hatte in www.loveitorchangeit.com schon berichtet: Der Kulturanthropologe und Digital-Ethnograph Michael Wesch hat ein neues Video über Lebenssituationen, Selbstverständnisse und Perspektiven von Studierenden produziert, das ein paar Denkanregungen bzgl. Digital-Natives-Debatten, insbesondere aber auch für das Themenfeld CommunityBuilding im Projekt ePUSH beinhaltet: summarizing some of the most important characteristics of students today – how they learn, what they need to learn, their goals, hopes, dreams, what their lives will be like, and what kinds of changes they will experience in their lifetime.“

Bekannt ist Michael Wesch durch seinen youTube-Hit Web 2.0 … The Machine is Us/ing Us und das nicht ganz so bekannte Information R/evolution. Weil’s so schön ist, hier noch einmal:

Wi-Fi Detector Shirt


Digital Natives können WLAN-Wellen vermutlich direkt körperlich spüren (ihre Gehirne haben wohl zusätzliche Sensoren ausgebildet, die auf Funknetzwellen ansprechen. Ich weiß nicht genau, wie das funktioniert, ich meine beobachtet zu haben, dass sich hochgegelte Haare nach der Netzintensität ausrichten … Und wenn sie manchmal irgendwie unruhig und rastlos wirken, liegt es vermutlich daran, dass die Netzstärke unzureichend ist oder es überhaupt gar kein WLAN gibt) Für alle anderen gibt es nun den WearableWirelessDetector von ThinkGeek!!
Köstliche Idee!! Das sollten wir unbedingt im Hinterkopf behalten für das Themenfeld eInfrastructure im ePUSH-Projekt, wo es um flächendeckendes WLAN und sonstige Ubiquitäten geht …

Herzlichen Dank (mal wieder) an Beat Doebeli Honeger für diesen Hinweis!!

coming soon: Bildung im Neuen Medium

binm_small.jpg
Bildung im Neuen Medium
Wissensformation und digitale Infrastruktur

Education Within a New Medium
Knowledge Formation and Digital Infrastructure

Hgg. von Torsten Meyer, Michael Scheibel, Stephan Münte-Goussar, Timo Meisel, Julia Schawe

Mit Beiträgen von: Elke Bippus, Remo Burkhardt, Manfred Faßler, Monika Fleischmann/Wolfgang Strauß, Michael Giesecke, Frank Hartmann, Markus Krajewski, Oliver Marchart, Winfried Marotzki, Trebor Scholz, Werner Sesink

Die seit nunmehr 15 Jahren so genannten „Neuen Medien“ in einem erweiterten Diskurs zu untersuchen, war das Ziel eines transdisziplinären Diskurses auf dem internationalen Symposion „Bildung im Neuen Medium“. Der Fokus der Diskussion richtete sich auf die Wandlungen der Darstellungs- und Interaktionsweisen in Wissenschaft und Kunst und ihre Wechselwirkungen mit den individuellen und sozialen Handlungspraxen, Wissensorganisationen und Denksystemen. Insbesondere wurde nach bildungstheoretischen Implikationen und ihrer Bedeutung für gegenwärtige Bildungseinrichtungen gefragt: Transformationen der Lehrinhalte und ihrer Formen, der didaktischen und heuristischen Werkzeuge, der institutionellen Kontexte, aber auch der Sozialisation der Studierenden- und Schülergeneration, der in die digitalen Kulturen Hineingeborenen.

An extended discourse analysis of what has been called “New Media” for the past 15 years was the goal of a transdisciplinary discourse at the international symposium „Education Within a New Medium“. The debate focused on changed ways of depicting and interaction in the fields of science and the arts and on their interdependency with individual and social conduct, organization of knowledge and systems of thought. In particular it was asked about implications determined by educational theory and their significance for current educational institutions: transformations of content and also forms of teaching, of didactic and heuristic tools, of institutional contexts, as well as the socialization of that generation of students and pupils native to digital cultures.

Waxmann, Münster/New York/München/Berlin (im Druck, erscheint Herbst 2007)

Weitere Informationen unter:
http://www.waxmann.com
http://mms.uni-hamburg.de/symposion2006/

Pädagogische Medien, Aquarium, Fischbowl, MedienBildungsRaum

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Wie erwähnt nahm ich am Wochenende am Theorie-Forum der Kommission Medienpädagogik der DGfE in Darmstadt teil. Inhaltlich ging es zur Sache: In Medias Res! Was ist ein pädagogisches Medium?

Unter anderem führte ich in meinem Vortrag die Metapher vom Fisch im Wasser an: Das „Medium“ könnte man denken in einer Weise, wie man sagt, Fische leben im Medium Wasser. „Medium“ wäre dann – wie in physikalischen oder chemischen Kontexten – zu verstehen als eine Art Träger oder Stoff, in dem sich bestimmte Vorgänge abspielen (Luft als Träger von Schallwellen oder als Stoff, in dem bestimmte chemische Prozesse ablaufen). In unserem Kontext könnte man anlog sagen: Medium als Träger und Stoff psychischer und sozialer Vorgänge.
Diese Konzeption des Medien- oder genauer Medium-Begriffs birgt ein paar Probleme. Oder anders und positiv formuliert birgt sie ein paar Herausforderungen: Fische sind die einzigen Tiere, die nicht wissen, was Wasser ist. Fische haben kein explizites Wissen über das Medium, das ihnen als Lebens-Mittel dient. Erst der Wechsel von einem in ein anderes, ein „Neues Medium“ würde dessen Eigenarten erfahrbar machen. Erst wenn Fische auf dem Trockenen liegen, würden sie – mit gravierender Wirkung allerdings – erfahren, was Wasser ist.
Ein Medienpädagoge, oder besser gesagt, ein Medium-Pädagoge, der seiner Arbeit einen solchen Begriff von Medium zugrunde legt, hätte also ein paar schwierige Probleme zu lösen: Er müsste Fischen erklären, was Wasser ist (nach Möglichkeit ohne sie ihres Lebensmittels zu berauben).
(siehe dazu auch das entsprechende Leitmotiv zur Tagung „Bildung im Neuen Medium“ und den Ursprung im KVV SoSe 2002)

Im Vortrag ging es mir vor allem um die Übergänge, Brüche, Medienwechsel, mediologischen Revolutionen, die mit jeweils neuen (Medien-)Technologien in Zusammenhang stehen. Deshalb auch der Bezug auf die Metapher vom Digital Native vs. Immigrant. Digital Immigrants kann man sich in diesem Bild dann auch als von einem alten in ein neues Medium hüpfende Fische vorstellen kann – „Irgendein Fisch ist dann immer gerade in der Luft“, fasste Christoph Koenig einen Aspekt der Diskussion bildlich zusammen. Die zugehörige Illustration – siehe oben – habe ich gerade in Googles Bilderorakel bzw. hier gefunden.

Kann es wirklich Zufall sein, dass Karl Fisch’s blog (vgl. shift happens) gerade „The Fischbowl“ heißt?

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Die Behälter-Metaphorik („Bin ich da schon drin oder was?“) kann auch sehr konkret auf den „pädagogischen Raum“ bezogen werden. Wie Werner Sesink im Einleitungsbeitrag betonte, spielt der Raum als Metapher wohl eine recht große Rolle im pädagogischen Denken, die Gestaltung der realen Lehr/Lernräume wird aber in der Regel der Architektur, den Ingenieuren und Mittelverwaltern überlassen. Sehr beeindruckend im Hinblick darauf war der Tagungsort: Die ComputerStudienWerksatt CSW, ein MedienBildungsRaum, den Werner Sesink und Mitarbeiter konzipiert und erst kürzlich eröffnet haben. Mehr Bild- und Hintergrundtext-Material zum Projekt und zum Konzept findet sich im und am takeyourspace blog und auf der CSW-Projekt-Seite. Es gibt viele gedankliche Nähen zu Timo Meisels Ideen zum MedienBildungsRaum *mms in Hamburg …

shift happens (2.0)


Es gibt seit kurzem eine Version 2.0 von Karl Fisch’s Präsentation Did You Know?. Die neue Version ist visuell besser umgesetzt und auch leicht inhaltlich überarbeitet. Leider ist auch einiges auf der Strecke geblieben, z.B. die für noch kolonial orientierte Bildungsbürger einigermaßen frappierende Passage:
. . .
10. Sometimes size does matter.
11. If you’re one in a million in China . . .
12. There are 1,300 people just like you.
13. In India, there are 1,100 people just like you.
14. The 25% of the population in China with the highest IQ’s . . .
15. Is greater than the total population of North America.
16. In India, it’s the top 28%.
17. Translation for teachers: They have more honors kids than we have kids.

Die Präsentation gehört zu einer auch insgesamt sehenswerten „trilogy“, bestehend aus „What if“, „Did You Know“ und „2020 Vision“, alle erreichbar hier.

Zwischen Kanal und Lebens-Mittel: pädagogisches Medium und mediologisches Milieu

[Abstract zum Vortrag auf dem Theorie-Forum 2007 der Kommission Medienpädagogik der DGfE, 6./7.7.2007, Darmstadt: In Medias Res! Was ist ein pädagogisches Medium?]

Mittel, Mittler, Vermittlung, Milieu – was ist ein Medium? Die grundlegendste Definition des Mediums ist wohl die des „Dazwischen“. Zwischen Sender und Empfänger zum Beispiel der Kanal: Ein passives technisches Werkzeug oder Instrument für die – zumeist intentional ausgerichtet gedachte – Übertragung und Verbreitung von Information.
Jenseits der Kanal-Metapher kann Medium in Form einer konstitutiven Aktivität eines „informellen Dazwischen“ (Debray) gedacht werden. Von der „Prägekraft der Medien“ (Krämer) ist die Rede, vom Medium als Milieu. Gemeint sind die gegenseitigen Bedingungen und Verflechtungen von Kultur, Kommunikation und Technologie, die im Großmaßstab zum Beispiel von der Medientechnologie des Buchdrucks zu einer „Graphosphäre“ als epochenspezifischem Set von Bedingungen kognitiven, kommunikativen und sozialen Prozessierens führen.
Nicht zuletzt – weil es nämlich die „Kernfrage der menschlichen Kommunikation überhaupt“ (Flusser) betrifft – kann die Paideia selbst als ein „Zwischen“ den Generationen gedacht werden, als Prozess, der die Übertragung von Informationen aus dem Gedächtnis der einen Generation in das Gedächtnis der ihr folgenden ermöglicht.
Medien verteilen Informationen nicht nur im Raum, sondern auch in der Zeit. In der gerade angebrochenen digitalen Mediosphäre ist der Raum global geworden, die Zeit aber auf den Punkt fokussiert. Umso dringender also die Frage: Was ist ein pädagogisches Medium?

Visualisierung des Weltweit-Werdens

Eine wunderbar übersichtliche Visualisierung des Weltweitwerdens, gefunden unter http://www.royalsapien.com/pop1/ (via http://infosthetics.com).
Selbst- und Weltverhältnis zu Zeiten der Globalisierung: „world population:one – A simple information graphic depicting the world population as pixels. the first pixel represents „you“, the rest is everyone else currently alive on planet Earth. Please scroll to the right to get startet.“

(Am besten mit Mozilla-Browsern angucken, Safari z.B. zerfleddert…)