Schlagwort-Archive: Mediologie

Tagung: Subjekt Medium Bildung

Vom 22. – 24. März 2012 findet an der Universität zu Köln, Institut für Kunst & Kunsttheorie als Kooperation der wissenschaftlichen Sozietät Kunst, Medien, Bildung und des Theorieforum Medienpädagogik eine Tagung zum Thema „Subjekt Medium Bildung“ statt.

Die Tagung befasst sich mit dem zunehmend offensichtlicher werdenden Missmatch von wesentlich auf das 18./19. Jahrhundert zurückgehenden theoretischen Konzeptionen von Bildung, die diese als ein auf das Subjekt als Individuum (und das Individuum als Subjekt) bezogenes Phänomen denken, und den wesentlich auf kollaborativen und netzwerkförmigen sozio-technischen Prozessen beruhenden Bildungs-Praktiken in globalen, digitalen Kommunikationsnetzen.

Beitragen werden: Manfred Faßler, Peter Foos, Norm Friesen, Christoph Girardet/Volker Schreiner, Simon Grand/Johannes M. Hedinger, Benjamin Jörissen, Christoph Koenig, Gesa Krebber, Eckart Liebau, Norbert Meder, Torsten Meyer, Karl-Josef Pazzini, Olaf Sanders, Volker Schreiner, Konstanze Schütze, Manuel Zahn

Näheres, Programm und Anmeldung auf dem Server der Wissenschaftlichen Sozietät Kunst Medien Bildung

.mbr goes nyc

Im Rahmen der MobilityShifts – an International Future of Learning Summit an der New School in New York City haben Torsten Meyer und Konstanze Schütze das Konzept und den theoretischen Unterbau für den MedienBildungsRaum .mbr der Kunstpädagogik im Institut für Kunst & Kunsttheorie der Uni Köln vorgestellt. Die zugehörige Präsentation ist nun online bei slideshare:

Our laboratory at University of Cologne has grown from a regular classroom to a multi purpose learning space – MedienBildungsRaum (mbr). Dealing with concepts of multi-purpose learning environments and theories on learning spaces and knowledge building, physical and virtual space are equally important for present and future learning processes. We seek to prepare flexible core concepts for adjustable spaces of new learning culture and develop patterns for different settings of learning and knowledge building activities based on Christopher Alexander’s Pattern–Language (1977), finding solutions for their representation in our particular room. It is vital for Bildung* to allow technology and architecture to be unnoticed and extraordinarily flexible to the changing demands of learning. Adjustable, agile, corrigible installations, furniture and portable technology define distinct but temporary zones of action and enable diversifiable settings for learning. There will be a general introduction to learning spaces and Christopher Alexander’s pattern language with examples, and participants will then develop patterns for learning.

Generation C: Medienkultur und ästhetische Sozialisation

Die Präsentation zum Vortrag „Generation C: Medienkultur und ästhetische Sozialisation“ auf dem Kunstpädagogischen Tag des BDK NRW 4.10.2011 an der Uni Köln ist online verfügbar: hier
(Passwort erfragen bei t.meyer[at]uni-koeln.de)

MobilityShifts

Vom 10. – 16. Oktober 2011 veranstaltet Trebor Scholz an der New School (New York City) ein internationales Gipfeltreffen über Digitales Lernen: MobilityShifts ist eine Konferenz, Ausstellung und Theateraufführung. Es ist Teil der New School Konferenz Biennale „Die Politik der Digitalen Kultur“, die einen Freiraum für Verbindungen zwischen Kunst, Gestaltung, und den Sozialwissenschaften herstellt.

MobilityShifts untersucht Digitales Lernen aus einer internationalen Perspektive. Die Konferenz betrachtet selbstorganisierte Bildungsalternativen auch außerhalb der Institutionen Akademie, Schule, Universität, prüft den Begriff des „Digital Native“ und fokussiert auf eine konstruktivistische Annäherung zur Medienkompetenz im 21. Jahrhundert.
Die illustre Gruppe von Konferenzteilnehmern setzt sich aus Künstlern, Lehrern, Studenten, Bildungswissenschaftlern, politischen Entscheidungsträgern, Programmierern, Bibliothekaren, und Wissenschaftlern aus den verschiedensten Bereichen zusammen. Wesentlich geht es um drei Themenbereiche:

  • Digital Fluencies for a Mobile World
  • DIY U: Learning Without a School?
  • Digital Learning Projects Globally

Wir werden dort das Konzept des .mbr MedienBildungsRaums im Institut für Kunst & Kunsttheorie als „Open Experimental Learning Space“ vorstellen: Weiterlesen

Koevolution und Bildung als Akteur-Netzwerk-Prozess

Vom 14.-16.9.11 findet in Frankfurt/M eine wirklich interessante Tagung statt. Manfred Faßler hatte eingeladen, anlässlich der tiefgreifenden und mit großer Geschwindigkeit sich verändernden wissenschaftlichen, technologischen und medialen Bedingungen menschlicher Lebensorganisationen und deren Auswirkungen auf weltweit alle sozialen, ökonomischen und kulturellen Systeme, über „Koevolution“ nachzudenken.
Eine Reihe interessanter Menschen (darunter übrigens auch unser Kölner Sommergast Koert van Mensvoort mit „next nature“) hat auf den CFP geantwortet und trägt nun aus verschiedenen Perspektiven vor: www.koevolution.uni-frankfurt.de

In meinem Beitrag frage ich mich, ob Bildungstheorie als Akteur-Netzwerk-Theorie gedacht werden kann:

Abstract: Bildung als Akteur-Netzwerk-Prozess

Homo Contextus
McLuhans These von den Medien als „Extensionen der Sinne“ lässt sich mit dem Konzept des homo contextus (Teemu Arina) radikalisieren. Unterscheidet sich der homo sapiens von anderen Primaten durch eine physisch vergrößerte Hirnmasse, so unterscheidet sich dieser homo contextus vom homo sapiens durch eine virtuell vergrößerte Hirnmasse, die sich konkret z.B. in Form aktueller Netzwerktechnologien über die physischen Limitierungen des Nervensystems hinaus entwickelt.
Das ist – im Prinzip – nichts Neues. Weiterlesen

What’s next? – [Kunst] nach der Krise

Lehrprojekt Universität zu Köln, Institut für Kunst & Kunsttheorie, Wintersemester 2011/12

Wohin geht die Kunst nach der Krise? Gab und gibt es in der Kunst überhaupt eine Krise? Welche Themen werden künftig wichtig? Ist es ein Comeback des Realen, eine neue Wahrhaftigkeit, Eigentlichkeit, Ehrlichkeit? – oder gerät inmitten all des Wandels gar die Kunst selbst ins Wanken? Oder auf Abwege?

Im Projekt WHAT’S NEXT? wird nicht nur die bildenden Kunst und deren Anwendung als Pädagogik (= Kunstpädagogik) befragt – sondern auch andere, benachbarte Disziplinen, Methoden, Verfahrensweisen und Praktiken. Dabei werden keine einfachen Antworten abgeworfen, sondern Inspirationen und Denkanstösse generiert.

Sechs parallele Lehrveranstaltungen am Institut für Kunst & Kunsttheorie der Universität zu Köln beteiligen sich im Wintersemester 2011/12 am Projekt WHAT’S NEXT?

  • Johannes Hedinger (Zürich): What’s next? – Kunst nach der Krise
  • Torsten Meyer (Köln): What’s next? – Kunstpädagogik nach der Kunst nach der Krise
  • Wey-Han Tan (Hamburg): What’s next? – Spiel: second order gaming
  • Aram Bartholl (Berlin): What’s next? – Getting real: Post-Internet
  • Timo Meisel (Köln/Berlin): What’s next? – Design
  • Konstanze Schütze (Köln/Dresden): What was next? – And how did we end up here?

Alle Veranstaltungen beginnen mit einem gemeinsamen, öffentlichen Symposion am 21./22.10.2011, zu dem noch weitere Gastreferenten aus Philosophie, Wirtschaft, Architektur/Stadtplanung, Soziologie usw. geladen sind.
Das Projekt wird in einem weblog whatsnext2011.wordpress.com begleitet und dokumentiert, an dem alle o.g. Lehrveranstaltungen beteiligt sind. Am Ende des Wintersemesters werden die Ergebnisse der Arbeit in allen Lehrveranstaltungen im Rahmen einer Ausstellung präsentiert.

Call for Ideas: Subjekt Medium Bildung

Tagung in Kooperation der wissenschaftlichen Sozietät Kunst, Medien, Bildung und dem Theorieforum Medienpädagogik

Torsten Meyer / Benjamin Jörissen

23./24. März 2012, Universität zu Köln

Das Tagungsvorhaben befasst sich mit dem zunehmend offensichtlicher werdenden Missmatch von wesentlich auf das 18./19. Jahrhundert zurückgehenden theoretischen Konzeptionen von Bildung, die diese als ein auf das Subjekt als Individuum (und das Individuum als Subjekt) bezogenes Phänomen denken, und den wesentlich auf kollaborativen und netzwerkförmigen sozio-technischen Prozessen beruhenden Bildungs-Praktiken in globalen, digitalen Kommunikationsnetzen.

Veränderte Medialität führt zu veränderter Subjektivität: diese mediologische These im Schnittfeld von Medien- und Bildungsgeschichte(n) soll im Zentrum der Tagung stehen. Nichts ist so gravierend für das Selbst-Verständnis einer Gesellschaft wie die geschäftsführenden Verbreitungsmedien (Luhmann). So war das Buch nicht nur in metaphorischem Sinn das bevorzugte Behältnis der großen Erzählungen. Mit der massenhaften Reproduktion des druckbaren Wissens nahm auch die Erzählung von der „Bildung des Menschen“ (Humboldt) als Bücher lesendes Individuum ihren Lauf. Und auch der Individualisierungsschub, den die Erfindung der Zentralperspektive als Abbildungstechnologie, Symbolische Form (Panofsky) und als imaginäre Struktur ausgelöst hat, war der Entstehung des wohl definierten und autonomen, bürgerlichen Subjekts mehr als zuträglich. Sind es aber die Strukturaspekte gesellschaftlicher Leitmedien, in denen Subjektivität entsteht und geformt wird, muss diese im Kontext radikaler Leitmedienwechsel immer wieder hinterfragt werden.

In der „informatisierten Gesellschaft“ – nun in der Version 2.0 – verliert das alte Prinzip, Weiterlesen

Postirony & Generation C

Der Auftakt der Seminar-Kooperation zur Erforschung der Medienkultur und ästhetischen Sozialisation der Generation C und der künstlerischen Praxis der Postironie (Meyer/Hedinger) ist ganz großartig verlaufen. Wunderbare Atmosphäre: während die Studierenden den theoretischen Inputs lauschten, wurden mit Werkzeugen, die Johannes Hedinger aus der Schweiz mitgebracht hatte, ganz postironische Schnitzereien angefertigt.

Die Präsentation zu meinem Vortrag über die „Generation C: Medienkultur und ästhetische Sozialisation“ steht nun bei slideshare online.

Diskussionsbedarf Lehrerbildung

(Bild via mrod)

An der „Exzellenz-Universität“ LMU München ist zurzeit eine „Professur für Didaktik der Bildenden Künste“ ausgeschrieben. Diese Professur soll laut Aufgabenbeschreibung „das Fach Kunstdidaktik in Lehre und Forschung“ vertreten. Der Stelleninhaber soll sich außerdem, wie das bei Professuren üblich ist, angemessen an Aufgaben der akademischen Selbstverwaltung beteiligen. Üblicherweise geht man von einer Dreiteilung der Aufgabenfelder aus: 1/3 Forschung, 1/3 Lehre, 1/3 Selbstverwaltung. Diese Professur ist jedoch als sogenannte „Lehrprofessur“ mit 14 (statt 9) Wochenstunden Lehrverpflichtung ausgeschrieben. Das ist möglich, seit die W-Besoldung eingeführt wurde. Damit sind nicht nur Gehälter (theoretisch, wenn der Haushalt der Hochschule es hergibt) frei verhandelbar, sondern auch die Anteile von Lehre und Forschung sind verhandel- bzw. wie hier ausschreibbar. Dagegen ist prinzipiell nicht unbedingt etwas einzuwenden. Der Beruf des „Lecturers“ oder „Dozenten“ heißt dann eben nun „Lehrprofessor“. Das ist zur Not erträglich. Etikettenschwindel scheint mir jedoch vorzuliegen, wenn von einer solchen Professur die Vertretung des Faches in der Forschung behauptet wird. Das lässt auf ein Verständnis von „Forschung“ im Feld der Fachdidaktiken schließen, das einer „exzellenten“ Universität wohl nicht so ganz angemessen ist.

Vielmehr wird durch solche Ausschreibungen dafür gesorgt, dass Lehrerbildung weiterhin nach dem Prinzip der Traditionsfolge durch „Nachmachen“ und „Anleitung“ von „erfahrenen“ Lehrern betrieben wird, weil diese es sein werden, die sich auf solcherlei Stellen bewerben. Das führt zum Bewahren, zur Fortsetzung des „Bewährten“ und erklärt ganz wunderbar, warum die Schule wohl eine der innovationsfeindlichsten Institutionen überhaupt ist. Nur – es ist in letzter Zeit wirklich allzu offensichtlich geworden, dass das, was sich in der Schule des 19. Jahrhunderts „bewährt“ hat, inzwischen nicht einmal mehr ansatzweise zu tun hat mit den Herausforderungen, vor die die aktuellen Schülergenerationen gestellt sind.

Karl-Josef Pazzini hat unter dem Titel Ornament als Verbrechen dazu einen kleinen Text in sein blog gestellt, der (in etwas trivialisierter Form) zu einer Resolution auf den Websites des BDK und der Wissenschaftlichen Sozietät Kunst Medien Bildung geworden ist, die mitzeichnen kann, wer unter Angabe des Vor- und Nachnamens (mit akadem. Titeln) und der Funktion in seiner Hochschule und der Hochschule eine eMail an kunstpaedagogik@adbk.mhn.de schickt.

Es wäre schön, wenn sich hier nicht nur Professoren und solche, die es werden wollen, beteiligen, weil es wirklich nicht um Standesdünkel geht, sondern um ein dem Innovationsstau an deutschen Schulen angemessen komplexes Verständnis von Lehrerbildung und um ein damit sehr eng zusammen hängendes entsprechend komplexes Verständnis von Forschung in der Fachdidaktik.

Und wenn die Resolution etwas bewirkt hat, dann sollten wir uns demnächst einmal zusammensetzen und ernsthaft und grundsätzlich über Lehrerbildung nachdenken (und wenn nicht, dann sollten wir doch gleich wieder zurück gehen zu den pädagogischen Hochschulen und die Schulen sich selbst bewahren lassen und nicht länger behaupten, Ausbildung zum Lehrer hätte irgendetwas mit Wissenschaft zu tun).

Real Nature Is Not Green / Fake for Real

Bei Youtube gibt es weiteres ergänzendes Video-Material zum Vortrag und Workshop von Koert van Mensvoort über „Next Nature – The Nature Caused by People“ am 20. April 2011 im Institut für Kunst & Kunsttheorie.