Schlagwort-Archive: Interface

Luftgitarren-Kongress: Dienstkleidung

Die Bedenken gegenüber der jüngeren Generation können nun erhärtet werden: Ich schlage vor, die Mitglieder der Initiativgruppe jüngerer Kunstpädagogen einigen sich auf diese T-Shirts als Dienstkleidung für den nächsten Bundeskongresses. Dann wird es, wie von Älteren befürchet, wirklich ein „Luftgitarren-Kongress“ 😉


[headlineshirts via graphjam]

Übertragungszeiten, Interfaces, Medienkultur und next nature: 20th century google

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Anlässlich des aktuellen Themas auf diesem blog dürfen Analogschlüsse auf die Zeitrhythmen des Diskurses gezogen werden, wenn dieser über Fachzeitschriften organisiert wird: „Please allow 30 days for results“

Gefunden bei nextnature. Dort heißt es – übrigens auch auf die „Orientierungen“ in der Kunstpädagogik übertragbar – treffend:

Although it exists for less than 20 years, online [communication] has become such a commonplace activity it is hard to imagine life without it. For your grandparents it didn’t exist. For you it is a second nature. For your grandchildren it will be a first nature.

Mapping 1:1 (Durchdringung real/virtuell 2)

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Von Jorge Luis Borges stammt diese wunderbare Miniatur über die „Strenge der Wissenschaft“, in der er die abstruse Idee einer Karte im Maßstab 1:1 entwickelt:

„… In jenem Reich erlangte die Kunst der Kartographie eine solche Vollkommenheit, dass die Karte einer einzigen Provinz den Raum einer Stadt einnahm und die Karte des Reichs den einer Provinz. Mit der Zeit befriedigten diese maßlosen Karten nicht länger, und die Kollegs der Kartographen erstellten eine Karte des Reichs, die die Größe des Reichs besaß und sich mit ihm in jedem Punkt deckte …“

Auf der Verbundkonferenz des GBV in Hamburg hatte ich den Bibliothekaren vorgeschlagen, ihre Katalog-Services im Sinne Borges‘ zu erweitern und Kataloge im Maßstab 1:1 anzubieten, d.h. alle Volltexte online zur Verfügung zu stellen. Metaphorisch erläutert hatte ich das mit dem GoogleMaps-Pin, den wir kürzlich mit Borges im Hinterkopf auf dem Campus aufgestellt haben. Das war u.a. inspiriert von Aram Bartholls Projekt „Map“.
Auch auf der 11. Schweizerischen Plastikausstellung Biel Utopics wird die soziologisch orientierte Konzeptkunst gefeiert, u.a. mit der obigen Arbeit von Fabrice Gygi und der Ecole Cantonale d’Art de Lausanne: „Projekt für Utopics“ (Dank an JHM für den Hinweis!!). Entwickelt sich da so etwas wie google.maps.art?

Passend dazu kam heute morgen via Next Nature der Hinweis auf die wunderbare „GPS Parody“ von sheepfilms. Großartig!!

Durchdringung von "realem" und "virtuellem" Raum

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Als späte Folge des Seminars „Visual Knowledge Culture“ aus dem Sommersemester 2008 ist nun der GoogleMaps-Pin auf dem Campus realisiert. Im Seminar hatte Markus Reuter die Konzeption entwickelt. Es ging um die gegenseitige Durchdringung von „realem“ und „virtuellem“ Raum.

Markus Reuter und Ole Koch haben für die Realisierung einen zwei Meter großen GoogleMaps Marker gebaut und vor der Fakultät EPB installiert Die Beschriftung des Markers in Form einer Sprechblase verweißt mit Hilfe einer URL und eines QR-Codes auf eine Webseite, die das Projekt beschreibt.

googlemaps

Projektseminar: Kommunikation und kulturelle Innovation im Zeitalter der Postironie und Utopie 2.0 (in Kooperation mit dem Schweizer Künstlerduo Com&Com)

Sommersemester 2009: In Kooperation mit Theresa Rieß (kiss-Stipendiatin, Kunsthochschule Kassel) und Johannes M. Hedinger (Com&Com)

Das Künstlerduo Com&Com, einst selbst durch ironische Zitatwerke bekannt geworden, riefen für 2009 das Jahr der Postironie aus. Programmatisch steht am Anfang ein Manifest: http://www.postirony.com. Unter diesem Dach wird es verschiedene Manifestationen geben, mindestens eines auch auf dem Campus der Universität Hamburg: „Unbuilt road #1“ (Arbeitstitel) ist ein Projekt, bei dem unrealisierte poetisch bis verrückte Ideen und Träume aufgespürt, sichtbar gemacht und teils realisiert werden.
Anhand des Projektes lassen sich Schnittstellen zwischen realen und virtuellen Räumen, zwischen Wünschen, Sehnsüchten und Lebenswirklichkeiten untersuchen. Das Seminar kreist um Themen wie Kreativitätstechniken, Partizipationsprozesse, kulturelle Innovation, Agenda-Setting, virales Marketing und visuelle Kommunikationsstrategien in social networks und collaboration webs, aber auch um soziale Utopien, Bildungsideale, Nachhaltigkeit, neue Emotionalität und die ungebrochene Schönheit (Beauty is the new Punk).

[Weiterlesen unter Lehre]
[Weiterlesen bei postirony.com]

The nature caused by human culture

Dank Weys Hinweis im Oberseminar habe ich Pacman’s skull – geschaffen von Le Gentil Garcon – bei nextnature.net gefunden. Köstlich!! Und im allgemeinen eine sehr interessanter Site!! Es geht um die durch menschliche Kultur verursachte „Natur“. Ein Widerspruch? Nein! Unsere technologische Welt ist so verzwickt und unkontrollierbar geworden, dass sie selbst zu einer Natur geworden ist, die kultiviert werden muss … Näheres siehe Next Nature FAQ.

Sehr schön auch Bugs Bunny

feel free to browse

[WP-CUMULUS]

Bei seltsame-schleifen.com habe ich dieses schöne wordpress-plugin namens wp-cumulus gefunden. Es produziert eine interaktive cumulus-Wolke, die zum herumstöbern in den tags und posts einlädt. Hier kann man es downloaden.

Die Verbindung von WordPress und Flash ist auch interesssant im Hinblick auf die nächsten Entwicklungsschritte von study.log. Da arbeiten wir im Geheimen schon an Ähnlichem ….

Tortendiagramme, Bauklötzer und ePUSH als Grassroot-Movement

Über infosthetics.com habe ich dieses geniale Tortendiagramm bei GraphJam gefunden. Es besticht durch vorbildlich saubere Empirie der dargestellten Datenlage und unmittelbare Anschaulichkeit des Sachverhalts. Vor allem besteht hier nicht, wie bei vielen anderen abstrakten Datenvisualisierungen die Gefahr, dass das Beschriebene mit der Beschreibung, z.B. die Speisekarte mit dem Essen verwechselt wird ( ;-).

Schön in diesem Zusammenhang übrigens auch der Hinweis auf den pac-man-pie-chart im Kommentar bei Infosthetics:

Im Rahmen der visuellen Evaluation von ePUSH suchen wir nach interessanten Möglichkeiten, den Projektverlauf und (hoffentlich) Projekterfolg sichtbar zu machen: Was sind die Indizes? Wie werden sie ins Bild gesetzt? Woran könnte man den Projekterfolg (kurzfristig) messen? Anzahl der bloggenden Professoren? Anzahl der Studenten, die ihr webbook mit in die Uni bringen? Anzahl der aufgehängten interactive whiteboards? Oder der darauf präsentierten Referate? usw. usf. …


Joshua Callaghan: Very Concerned, Somewhat concerned, Not at All Concerned, wood, paint, 4″ x 12″ x 50″

Anfang des vergangenen Semesters hatten wir zunächst die Ausgangslage analysiert und uns ein Bild über das Mediennutzungsverhalten der Studierenden der Fakultät gemacht. Das werden wir zu Beginn des Wintersemesters wiederholen und verfeinern. Die Daten sollen möglichst Aufsehenerregend dargestellt werden, also z.B. statt Standard-Excel-Balkendiagrammen wie etwa im eLearning-Barometer eine Realisierung (im doppelten Sinn) z.B. mit Bauklötzern als genial simple Form von physical information sculptures. (Siehe dazu auch noch einmal das Projekt Of All The People In All The World von Stan’s Cafe Theatre Company, das die Welt mithilfe von Reiskörnern darzustellen sucht. Die Anregung von Joshua Callaghan kam wiederum via infosthetics.com)

Die Ergebnisse der Erhebung im vergangenen Semester sind in Form eines interaktiven Grassroot-Movement im Webmagzin life.epb.uni-hamburg.de online zu sehen. Weiteres wird folgen …

Welt als solche sieht man nicht

Ästhetik verstehe ich vor allem als Frage nach Darstellung und auch nach Darstellbarkeit. Darum ist auch das, was nicht wahrgenommen werden kann, weil es unsichtbar (z.B.), jedenfalls nicht problemlos darstellbar ist, ein Thema Ästhetischer Bildung.
Schwer darstellbar zum Beispiel ist das, was oft leichtsinnig „Globalisierung“ genannt wird. Jacques Derrida weigert sich schon, nur das Wort „globalization“ zu verwenden. Er beharrt auf dem frz. „mondialisation“, das er als dt. „Weltweit-Werden“ wiedergibt. Er beharrt auf eine „Welt [monde, world, mundus], die weder der Kosmos, noch der Globus, noch das Universum ist.“ (Die unbedingte Universität, S. 11)
Die zentralperspektivische Version des Weltweit-Werdens, der Globus als fassbare Repräsentation, funktioniert nicht mehr. Der „Globus“ und die „Globalisierung“ suggerieren eine abstrakte Vogelperspektive, die mit den Details und den Differenzen nichts zu tun haben will. Derridas „Weltweit-Werden“ hingegen impliziert ein Anerkennen von Pluralität und damit verbundener Heterogenität der Kulturen.

Was wären angemessene Formen der Visualisierung des Weltweit-Werdens? Weiterlesen

Interfaces, Medien, Bildung – Nachauflage in Arbeit

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Wie ich hier berichtete, ist die erste Auflage von Interfaces, Medien, Bildung. Paradigmen einer pädagogischen Medientheorie vergriffen. Der transcript-Verlag hat sich aber dankeswerter Weise nun entschieden, eine Nachauflage zu drucken. Das Buch wird also in Kürze wieder verfügbar sein. (Das beruhigt mich auch vor dem Hintergrund der geplanten Vorlesung „Pädagogische Medientheorie: Interfaces, Medien, Bildung“ im Wintersemester 08/09)

Auch auf der neuen website des Verlags, ist das Buch nun wieder zu finden und kann entsprechend vorbestellt werden.

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„Das erste Bild, das er mir schickte, hatte er aus der Zeitung herausgerissen … “ – nun bald auch unter Win Vista und Mac OSX.

Nachgedacht haben wir auch über ein technisches Update der beiliegenden CD. Problem ist, dass diese nicht unter Mac OSX Intel und nur eingeschränkt unter Win Vista lauffähig ist. Dennoch gibt es aber, wie ich gerade von KollegInnen aus Hessen hörte, immer noch Nachfrage, auch gerade nach dieser CD zum „Ursprung der Bilder“ – wegen des darin steckenden „leichten Wahnsinns“. Das ist eine merkwürdige (im engsten Sinn des Wortes!) Art Wertschätzung (insbesondere, weil es sich ja um Unterrichtsmaterial handelt!!), der ich aber gerne nachkomme. In einigen Wochen wird es einen mit aktuellen Betriebssystemen kompatiblen Player geben. Allerdings nicht auf der den neuen Büchern beigelegten CD, sondern downloadable von unserem server, damit auch die, die das Buch schon gekauft haben, davon profitieren können. Näheres in Kürze hier

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Struktur der Unterrichtsmaterial-CD „Ursprung der Bilder“