Schöne Rezension zu Pazzinis „Bildung vor Bildern“

Silvia Henke hat im RISS Nr. 83 eine sehr schöne Rezension zu Pazzinis neuem Buch „Bildung vor Bildern“ geschrieben. Eigentlich ist es wohl sogar eine Rezension zu Karl-Josef Pazzini selbst und zu seinem Wirken in der Kunstpädagogik:

„… Pazzinis Einsatz für das Fach Kunstpädagogik wurde von den Hamburger Studierenden und Mitarbeitenden (auch weit über Hamburg hinaus) als Schule einer unbedingten Öffnung wahrgenommen, in welcher eine eigene Theorie für Kunst als paradoxalem Identifikations- und Aufenthaltsraum des lehrenden und lernenden Subjekts geschmiedet wurde. Offen und dicht zugleich also. Der vorliegende Band dokumentiert diesen 20-jährigen Denkprozess zwischen Hörsaal, psychoanalytischer Praxis und Kunstausstellung, er endet mit psychoanalytischen Notizen zum Begriff «Stimmung». Warum? Wohl einerseits, weil die Form des Notates dem Denkstil Pazzinis entspricht: oft ungeschliffen, sprunghaft, bisweilen rhapsodisch und roh, ohne Abschleifungen durch akademische Diskurse. Stimmung, so festgehalten, führt also formal wie inhaltlich zu Lacans Lalangue, die das körperliche Kratzen der Stimme miteinbezieht, das uns mehr sagt als die Worte selber, jener Vorschein des Realen, bevor die Gefühle und Gedanken imaginiert und symbolisiert werden in Sprache. In diesem Sinn ist Pazzinis Schreibstil nicht nur lapidar, sondern auch – stimmlich.

Dann aber gehört die Stimmung an den Schluss, weil sie als transindividuelles Phänomen ins Soziale und Politische greift (wohin Pazzinis Überlegungen immer wieder führen): Wer Stimmungen wahrnehmen, ihnen nachfühlen und Raum geben kann, schafft nicht nur Voraussetzung für guten Unterricht und gute Analyse, sondern erkundet die Möglichkeit der Gesellung, die uns von der Individualisierung befreit. Außer sich und dabei präsent zu sein, wäre der ideale Zustand für gute Analytiker und Lehrer. Und noch mehr: Es wäre Garant für ein neugieriges, lustiges und riskantes Leben. Zu wünschen bleibt dabei vieles, zunächst sicher, dass das Buch an pädagogischen Hochschulen im Sinne eines Nachdenkens über die Zukunft für neue Stimmung sorgen könnte.“

Komplette Rezension: RISS 83 Rez Henke KJP

Karl-Josef Pazzini: Bildung vor Bildern. Kunst – Pädagogik – Psychoanalyse, Bielefeld: transcript 2015.

Siehe weiterführend auch die Website der Tagung, die im September 2015 anlässlich des Buchs in Hamburg veranstaltet wurde: bildungvorbildern.de/ (Publikation der Ergebnisse ist auf dem Weg…)

Und siehe auch weiterführend das grandiose Buch von Miriam Elia, das für das Titelbild zitiert wurde: wegotothegallery.com/

Neue Kunstpädagogische Position 34: Martina Bramkamp

Aus der Hamburger Ringvorlesung „Visuelle Animation“ aus dem Wintersemester 2014 ist ein erstes neues Heft in der Reihe der Kunstpädagogischen Positionen hervorgegangen.

Das neue, wie auch alle vorherigen 33 Hefte stehen unter mbr.uni-koeln.de/kpp als Papierversion zur Bestellung oder als PDF zum kostenlosen Download bereit.

Preview Sommersemester: Sublima16 – Transzendenzen, Awesomeness, Liebe & Kontrollverlust

Wie immer gibt es ein paar Pflicht-Lehrveranstaltungen für mich und ein Seminar, das für mich (ok, neben der Exkursion zur Berlin Biennale) Kür ist. Es geht um das Weiterdenken der (bei genauerer Betrachtung ziemlich) komplexen 9. These aus Next Art Education. Ich hoffe auf kluge und frisch mitdenkende Studierende ..

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What’s Next? Band I und II wieder verfügbar

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Beide Bände waren zwischenzeitlich ausverkauft und mehrere Monate lang nicht lieferbar. Erfreulich einerseits, aber unbefriedigend andererseits. Nun sind aber beide neu aufgelegt und sind bzw werden in Kürze wieder verfügbar sein. Interaktive Inhaltsverzeichnisse, AutorInnen-, Schlagwortregister usw sind auch zugänglich unter whtsnxt.net

Sofort lieferbar:

Torsten Meyer / Gila Kolb (Hrsg.)
What’s Next? Art Education – Ein Reader
Kopaed: München 2015 (What’s Next? Band II)

Info und Bestellung: kopaed.de/kopaedshop/?pg=45&pid=930

Ab Februar wieder lieferbar:

Johannes M. Hedinger, Torsten Meyer (Hg.)
What’s Next? Kunst nach der Krise.
Berlin: Kadmos 2013

Info und Bestellung: kulturverlag-kadmos.de/buch/what-s-next.html

Ausstellung: POSTHUMAN & VIRTUAL FACTORY

Vernissage: Mi. 21.10.2015 18 Uhr | Finissage: Do. 22.10.2015 18 Uhr
Jack in The Box | Vogelsangerstr. 231 | 50825 Köln

In der übernächsten Woche dürfen wir uns auf eine ganz besondere Kollaboration freuen. Das Projektseminar curatorial turn (Prof. Torsten Meyer und Konstanze Schütze) und das collaborative studio project (Annemarie Hahn, Sandra Korintenberg, Konstanze Schütze) laden zu zwei Ausstellungen in einem Raum über 30 Stunden ein. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, dabei zu sein.

Studierende aus drei Studiengängen – Kunst, Ästhetische Erziehung, Intermedia – haben die Ausstellungskonzeption, -architektur und ihre Exponate im Sommersemester 2015 in verschiedenen Workshops, Tutorien und Seminaren erarbeitet. Continue reading „Ausstellung: POSTHUMAN & VIRTUAL FACTORY“

where the magic happens

Tagung in Kooperation des Instituts für Kunst & Kunsttheorie der Universität zu Köln und der wissenschaftlichen Sozietät Kunst, Medien, Bildung e.V.

11. bis 13. Juni 2015, Universität zu Köln

Mit Beiträgen von Dana Caspersen (danacaspersen.com), Ulrike Hentschel (UDK Berlin), Heinrich Lüber (ZHdK Zürich), Karl-Josef Pazzini (Uni Hamburg/Berlin), Stephan Porombka (UDK Berlin) und vielen anderen mehr.

Die Künste haben das Gefängnis ihrer Autonomie verlassen. Im fortgeschrittenen 21. Jahrhundert reicht der Gegenstand künstlerischer Aktivitäten über die traditionellen Grenzen der Fächer Kunst, Musik, Tanz, Theater usw. hinaus in den medienkulturellen Alltag und bis ins wissenschaftliche Experimentieren hinein. Die Zuständigkeiten für das Wahre, Schöne und Gute sind unklar geworden. In einer von kultureller Globalisierung geprägten Welt konturieren sich Praktiken der Produktion von Bedeutung zwischen Künsten, Moral, Wissenschaft, Recht und Politik. Continue reading „where the magic happens“

Book Launch „What’s Next? II Art Education“ 22.4.2015 Köln

Es hat ein bisschen länger gedauert. Aber nun, nachdem der erste, bei Kadmos in Berlin verlegte Band Kunst nach der Krise (Hg. Hedinger/Meyer) gerade in die 2. Auflage geht und die chinesische Übersetzung kurz bevorsteht, ist der 2. Band in der verlagsübergreifenden Reihe erschienen:

Torsten Meyer / Gila Kolb (Hrsg.)
What’s Next? Art Education – Ein Reader
Kopaed: München 2015 (What’s Next? Band II)

Am 22. April 2015, 18:30 Uhr (Gronewaldstraße 2, 50931 Köln, Raum 235) ist ein Book-Launch-Event in Köln geplant mit den HerausgeberInnen Gila Kolb & Torsten Meyer und den AutorInnen Raphael Di Canio, Jane Eschment, Annemarie Hahn, Robert Hausmann, Nikolas Klemme, Gesa Krebber, Konstanze Schütze.
Der Reader ist an den Book-Launch-Events zum Vorzugspreis von 15,00 Euro erhältlich (im Buchhandel 19,80 Euro). Continue reading „Book Launch „What’s Next? II Art Education“ 22.4.2015 Köln“

MOA Launch in Hongkong

Nach langer Produktionszeit geht nun der erste Teil des Projekts MOA – Methods of Art online im Rahmen einer Ausstellung mit den beteiligten chinesischen KünstlerInnen im Connecting Space der ZHdK Zürich: Kung Chi-Shing, Lee Chun Fung, Shiyu Gao, Kit Hung, Jaffa Lam, Desmond Leung, Isaac Leung, Li Xiaofei, Ellen Pau, Angela Su. Curators: Johannes M. Hedinger and Nuria Krämer.

March 15.-20.2015; Opening: 15.03.2015 at 7.30 pm Venue: Connecting Space Hong Kong, 18-20 Fort Street, North Point, Hong Kong

Methods of Art (MOA) ist eine Reihe von Video-Interviews mit zeitgenössischen Künstlern aus verschiedenen Bereichen und mit unterschiedlichen Hintergründen Continue reading „MOA Launch in Hongkong“

Next Art(s) Education im Theater

Im vergangenen Jahr habe ich viele Vorträge im Theater-Kontext gehalten. Bei den Stippvisiten über den Tellerrand meiner eigenen Disziplin habe ich viele interessante Einblicke gewonnen, Neues über Darstellung und Darstellbarkeit, Dramaturgie und Postdramaturgie gelernt, den schönen (und auch für die bildende Kunst sehr brauchbaren) Begriff Schau-Spiel endlich verstanden, interessante Menschen kennengelernt, neue Kontakte geknüpft, neu über die v.a. von Konstanze Schütze und Julia Dick auch in die Lehre unseres Instituts (v.a. auch im Studiengang Ästhetische Erziehung) eingebrachte Performance Art nachgedacht und die Next Art Education nun deutlich interdisziplinärer im Plural der Künste als Next Art(s) Education zu denken gelernt.

Ein paar Eindrücke aus meinen Besuchen der Theaterfestivals in Stuttgart und Bremen im vergangenen Sommer und die damit zusammenhängenden Überlegungen zur Next Art(s) Education habe ich Wolfgang Schneider in einem Interview erzählt, das in Ausschnitten im Jahrbuch für Kinder- und Jugendtheater 2015 der ASSITEJ Deutschland, XYPSILONZETT, S. 12-15 abgedruckt ist: Continue reading „Next Art(s) Education im Theater“