After Prompt. Arts Education and (the Politics of) AI

TAGUNG | 19.–21. NOVEMBER 2026

Fachbereich Kunst & Kunsttheorie, Universität zu Köln
in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe

 

Der Prompt ist die Figur, die unser Verhältnis zu generativen KI-Systemen organisiert: Ein Mensch formuliert eine Anweisung, die Maschine folgt und generiert Texte, Bilder, Videos … Analysen, Ratschläge, Affekte … ästhetisches und epistemisches Material. Prompt Engineering erscheint folgerichtig als Kulturtechnik, durch die sich auch für künstlerisches und kunstpädagogisches Handeln grundsätzlich neue Herausforderungen ergeben. Zwischen euphorischer Innovationsrhetorik und dystopischen Kontrollnarrativen entfaltet sich dabei ein technologischer Ambivalenzraum, der gleichermaßen fasziniert wie verunsichert. Denn der Prompt unterliegt kommerziellen Plattformlogiken, datenökonomischen Interessen, algorithmischen Normierungen und Manipulationen. Das vermeintlich freie Eingabefeld ist somit immer schon vorformatiert. Der Prompt erscheint damit weniger als souveräne Steuerungsinstanz denn als Teil eines komplexen Aushandlungsprozesses zwischen Nutzer*innen, Plattformen und algorithmischen Systemen. Umso dringlicher werden Fragen nach Handlungsmacht, Transparenz und Möglichkeiten kritischer Teilhabe.

Mit der Tagung After Prompt. Arts Education and (the Politics of) AI fragen wir nach dem afterimage(Nachbild) der Künstlichen Intelligenz: nach jener Persistenz auf der Netzhaut, die bleibt, wenn der Reiz schon erloschen ist. Während David Joselit in After Art den Fokus vom Kunstobjekt auf dessen Zirkulation richtet, lenkt After Prompt die Aufmerksamkeit vom bloßen Befehl auf die Verwicklung in algorithmische Systeme und die damit verbundenen Politiken und Wirkungsweisen. Wir leben und arbeiten after prompt – so wie man, ohne es zu bemerken, after Vermeer malt, in der Manier von Eggleston fotografiert oder nach Kubrick filmt. After Prompt meint kein zeitliches Danach, sondern eine kulturelle Bedingung: Generative KI ist bereits in unsere ästhetischen, sozio-politischen und pädagogischen Praktiken eingelassen – und vielleicht nehmen wir selbst schon in der Manier der KI wahr, urteilen und gestalten.

Unter dieser Bedingung erscheint KI als Teil komplexer algorithmischer Prozesse, in denen Handlungsmacht verteilt, Gestaltung relational und kulturelle Produktion ko-konstitutiv wird. Kunstpädagogische Praxis verschiebt sich entsprechend vom gesteuerten Prompt Engineering hin zu kollaborativen Praktiken in mehr-als-menschlichen Konstellationen. Damit steht nicht nur die Rolle von KI in Lehr- und Lernprozessen zur Debatte, sondern eine grundlegende Neubestimmung kunstpädagogischer Praxen im Kontext algorithmischer Kulturen.

Die Tagung findet vom 19.11. bis 21.11.2026 am Fachbereich Kunst & Kunsttheorie des Departments Kunst und Musik der Universität zu Köln in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe statt. Neben Vorträgen aus Kunstpädagogik, Bildungs- und Medientheorie, Kulturvermittlung sowie Creative Technology sind Workshops und offene Austauschformate geplant. Die Tagung versteht sich als Raum gemeinsamer Reflexion zwischen Wissenschaft, Kunst und (kunst-)pädagogischer Praxis.

Gleichzeitig markiert die Tagung den Abschluss des BMBF-geförderten Forschungsprojekts Artificial Intelligence for Arts Education (AI4ArtsEd).

Weitere Informationen finden sich fortlaufend auf der Tagungswebseite: https://kunst.uni-koeln.de/afterprompt/; die Anmeldung ist dort ab Anfang September möglich.