2012

Mit der auch stimmungsmäßig wunderbar passenden Arbeit der koreanischen Fotografin Jung Lee wage ich hier einen kleinen Rückblick auf das vergehende Jahr. Obwohl ich täglich sicher 100 Mal in den Kalender sehe, überrascht es mich dennoch irgendwie, dass es schon wieder soweit ist. Aber doch, es ist Weihnachten, Zeit zum kurzen Innehalten, zum Besinnen, zum Resümieren, Bilanz ziehen oder einfach nur Erinnern…

Team & Projekte
Die größte Veränderung aus meiner Perspektive betrifft mein MitarbeiterInnen-Team. Wir haben Zuwachs: Julia Ziegenbein, Caroline Neubert und seit ganz kurzem Antje Breitkopf bereichern unseren Arbeitszusammenhang seit dem Wintersemester. Das hat zu tun mit zwei großen Projekten, die das Jahr 2012 geprägt haben. Zum einen ist in diesem Jahr das Fakultätsprojekt Forschendes Lernen gestartet, in dem Julia und Caroline mitwirken. Hier wird eine Gruppe sehr engagierter Studierender, die sich zu Ende des Wintersemesters 2011/12 für die Mitarbeit beworben haben, gezielt bei der Durchführung von eigenen Forschungsprojekten im Rahmen des Studiums unterstützt. Unser Beitrag zum Projekt folgt dem Konzept der „Ästhetischen Forschung“ nach Helga Kämpf-Jansen, das wir mit einem Bezug zur veränderten Medienkultur ergänzt haben.
Julia Ziegenbein ist außerdem noch Lehrkraft für besondere Aufgaben im Studiengang Ästhetische Erziehung und hat auch hier mit dem Focus auf Ästhetische Forschung schon sehr inspirierend auf eine ganze Reihe von Studierenden, z.B. spürbar an Referats- und Prüfungsthemenwünschen, eingewirkt.
Das andere große Projekt ist die Entwicklung des neuen Studiengangs B.A. Intermedia – Medienkultur, Mediengestaltung, Medienbildung, an der Antje Breitkopf zurzeit mitarbeitet. Von dieser Studiengangsentwicklung war für mich das Jahr 2012 ziemlich stark geprägt: Positiv, weil die Planung eines innovativen Studiengangs in einem ganz produktiven Team mit den Kollegen Kai Hugger und Stefan Iske (Medienpädagogik), Helmke Jan Keden (Musik) und Konstanze Schütze und Antje Breitkopf großen Spaß macht. Aber auch negativ, weil es eine ganze Reihe aufgeregter, aber nicht immer produktiver Diskussionen um diesen Studiengang in der Fakultät gegeben hat. Der Stand jetzt ist aber: Die Fakultät hat beschlossen, dass dieser Studiengang ab Wintersemester 2013/14 als Kooperationsprojekt der Arbeitsbereiche Kunst, Musik und Medienpädagogik mit jährlich 140 Studierenden starten soll.

Symposion & Einbruch
Das war eher ein Vorausblick, zurück zum Rückblick: Wovon war unser 2012 geprägt? 3 große Stichworte: BuKo12, Documenta13 und Einbruch in den Medienbildungsraum.
Fangen wir vorne an: Vom 22.-24. März fand die Tagung Subjekt Medium Bildung im .mbr statt. Alles war wunderbar organisiert und vorbereitet von meinem wunderbaren MitarbeiterInnen-Team. Wir hatten superinteressante Gäste – Manfred Faßler, Karl-Josef Pazzini, Norm Friesen, Norbert Meder, Eckart Liebau, Simon Grand/Johannes M. Hedinger, Christoph Koenig, Manuel Zahn, Olaf Sanders, Peter Foos, Gesa Krebber und Konstanze Schütze – und ich hatte mit Benjamin Jörissen einen wirklich großartigen Mit-Organisator.
Aber am 3. Tag des Symposions erreichte mich morgens ein Anruf von Konstanze, der mich gewissermaßen vom Frühstückstisch riss: Einbruch im Medienbildungsraum. Türen zertreten, Schränke aufgebrochen und nahezu das komplette Equipment im Wert von ca. 50.000 € gestohlen.
Das war ein wirklich herber Rückschlag für die gesamte Arbeit. Die Lehrveranstaltungen des kurz darauf beginnenden Sommersemesters mussten plötzlich ohne technisches Equipment auskommen, sämtliche Medienproduktionsprojekte mussten gestoppt werden, und zu allem Überfluss waren auch die Videoaufnahmen von unserem schönen Symposion, die sich noch in den geklauten Cameras befanden, ebenfalls weg.
Im Nachhinein positiv war als kleiner Trost: Die Anträge auf Ersatzbeschaffung für die entwendeten Geräte gingen nahezu völlig reibungslos durch die entsprechenden Stellen. Ich bin unserem Dekanat und dem Kanzler bzw. seiner Vertreterin sehr dankbar für die Wiederaufbauhilfe und die Finanzierung einer professionellen Alarmanlage, die solches Vorkommnis in Zukunft hoffentlich verhindert. Und ich nehme die schnelle und unkomplizierte Hilfe durchaus auch als Wertschätzung unserer Arbeit hier wahr.

Lehre & mbr_monthly
Die Lehre im Sommersemester war geprägt von den nicht mehr vorhanden Geräten. Vieles musste umorganisiert werden, vieles improvisiert, alles anders und manches konnte auch gar nicht gemacht werden. Die Lehre war außerdem geprägt davon, dass wir einen großen Teil der Lehrveranstaltungen erst zu spät in Klips einstellen konnten, was das Wahlverhalten der Studierenden in der 1. und 2. Einwahl-Phase Klips so beeinflusst hat, dass für uns noch viel schwieriger vorherzusehen war, wie viele und welche Studierenden nun tatsächlich an welcher Veranstaltung Teil nahmen.
Während des Sommersemesters hatten wir in unserer Vorlesungsreihe mbr_monthly Marie-Luise Lange, Franz Billmayer und Jan Holtmann zu Gast, im Wintersemester fortgeführt mit Martin Brand und kürzlich Trebor Scholz. Einige dieser Vorträge haben schon recht spürbar stark eingewirkt auf das Denken und Machen unserer Studierenden. Das wird sehr deutlich in meinen Lehrveranstaltungen.
Auch im Sommersemester hatten wir einen Versuch unternommen, das Format Summerschool in die Organisation der Lehre einzubauen. In der Pfingstwoche gab es ein Angebot von 5 Lehrveranstaltungen, in denen Studierende bis zu 6 CPs in nur einer Kompaktwoche erwerben konnten. Eine Evaluation des Versuchs steht allerdings noch aus.

BuKo12 & dOCUMENTA13
Die Lehre war ansonsten inhaltlich stark bezogen auf das Kunst-Großereignis in 2012: Die documenta. Es gab mehrere Seminare, die sich damit beschäftigten und im Juni, 22. – 24. waren wir dann mit einer Riesengruppe von 65 Teilnehmerinnen in Kassel. Auch dieses Projekt war wieder großartig organisiert von meinem Team, hier konkret von Johanna und Steffi und live vor Ort auch von unserer Sekretärin Daniela Hepfer, die sehr zu meiner Freude auch mit dabei war.

Vom 18.-21. Oktober ging es dann wieder auf Exkursion, diesmal nach Dresden zum Bundeskongress der Kunstpädagogik – BuKo12 – ein Mammutprojekt, das aus 8 Vorkonferenzen und eben jener Abschlussveranstaltung in Dresden bestand und mich zusammen mit 11 KollegInnen – und mit nahezu meinem ganzen Kölner Team, insbesondere aber Konstanze, Annemarie, Carina Herring und Daniela Hepfer – von den ersten Planungen 2010 bis hierhin heftigst beschäftigt hat.

Beide großen Exkursionen haben immensen Eindruck auf die beteiligten Studierenden (und Mitarbeitenden) gemacht. Die d13 hat bei vielen Studierenden den Blick auf die Kunst und den Horizont des Nachdenkens über die Kunst sehr produktiv erweitert. Und ebenso hat die Teilnahme an dem großen Kongress in Dresden bei den Studierenden die Vorstellung davon, was die Fachcommunity ist und welche Partizipationsmöglichkeiten es daran gibt, ganz erheblich verändert. Zumal angesichts des geschichtsträchtigen Ortes, an dem genau 111 Jahre zuvor der erste Kunsterzieherkongress stattgefunden hat.
Ganz in diesem Sinne und dem Motto des Gesamtvorhabens – Kunst Pädagogik Partizipation – entsprechend fand am Tag vor dem Großkongress ein von Kölner und Dresdener Studierenden organsierter Kongress der Studierenden der Kunstpädagogik statt, an dem auch die Kölner Exkursionsgruppe teilnahm und seit dem immer wieder davon in den Lehrveranstaltungen erzählt.

Und so weiter
Neben den großen Dingen in 2012 gab es aber auch noch viele andere Aktivitäten, die nicht ganz so groß in der Öffentlichkeit wurden, aber dennoch sehr wichtig für unsere Arbeit waren. Im September wurde der Kunstpreis der LVR-Infokom an Studierende unseres Instituts vergeben. Es gab eine große Feierstunde im Gebäude des LVR und 3 glückliche Gewinner nicht ganz unerheblicher Geldpreise..
Unbedingt erwähnenswert ist hier auch noch der (vorläufige) Abschluss des Projekts zur Zusammenlegung der Bibliotheken Kunst & Textil. Am 30.10.2012 konnten wir – dank großem und engagiertem Einsatz vor allem von Daniela Hepfer und Johanna Martini, aber über unseren unmittelbaren Arbeitszusammenhang hinaus auch Thomas Blisniewski und die SHKs im Sekretariat – endlich Einweihung der neuen Bibliothek mit nun deutlich verbesserten Öffnungszeiten und optimiertem Bestand feiern.


Auch bzgl Publikationen und Perfomance in Wissenschaft und Forschung freut mich im Rückblick auf 2012, dass ich es mir mit dank meines hervorragenden Teams trotz dieser vielen, vielen Projekte noch erlauben kann, auch hier vielfach tätig zu sein: Es sind – wiederum auch Dank Mitwirkung von Annemarie und Konstanze einige Bücher entstanden in 2012: Das wunderbare shift als 1. Buch in der Reihe Kunst Pädagogik Partizipation in sehr guter Kooperation mit meinen Kolleginnen Christine Heil und Gila Kolb, dann das 2. Buch in der Reihe revisit im anderen Herausgeberkreis, aber wieder unter Beteiligung von Annemarie und Konstanze. Das dritte Buko12-Buch ist zurzeit in Arbeit und wird im Frühjahr erscheinen. Auch für einige Beiträge habe ich – allerdings nur mit Ach und Krach – Zeit gefunden.

Die neue Zeitschrift der wiss. Sozietät Kunst Medien Bildung, die ich mit Andreas Brenne, Christine Heil und Ansgar Schnurr herausgebe – zkmb.de -, hat einige neue Beiträge und es gab insgesamt 6 neue Hefte in unserer Reihe Kunstpädagogische Positionen mit Beiträgen von Maike Aden, Bernhard Balkenhol, Karl-Josef Pazzini, Christine Heil, Helmut Hartwig und Pierangelo Maset.

Prägend für mich war auch: – ich war noch nie so viel auf Reisen wie in diesem Jahr. Nicht nur die vielen Koordinationstreffen der BuKo12-Initiative und den vielen Exkursionen, auch die vielen Vortragreisen nach Hamburg, Karlsruhe, Koblenz-Landau, Luzern, München, Reutlingen, Tutzing, Ulm trugen dazu bei, dass ich viele Tage dieses Jahres im Zug verbracht habe und neben den Schreibtischen in Köln und Hamburg nun noch den Arbeitsplatz im ICE fest in meine Arbeitsorganisation einplanen musste.
Ach so, apropos Vorträge – ganz zuletzt fällt mir ein: In diesem Jahr habe ich auch endlich meine Antrittsvorlesung absolviert: Next Art Education. Am 2.7. und Dank hervorragender Vorbereitung meiner MitarbeiterInnen wiederum ein wunderbarer Event. (und sobald ich dazu komme, mache ich daraus auch endlich ein KPP-Heft)

Im Rückblick bin ich ziemlich überrascht, was da alles zusammenkommt, wenn man nur ein Jahr zurückblickt. All das kann nur funktionieren in einem guten Arbeitsumfeld. Und hier schätze ich mich wirklich glücklich über mein Team und über meine Kooperationspartner in den einzelnen Projekten.

Deshalb: Dankeschön Euch allen für 2012 und ich freue mich auf weitere Zusammenarbeit in 2013!!

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