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coming soon: Bildung im Neuen Medium

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Bildung im Neuen Medium
Wissensformation und digitale Infrastruktur

Education Within a New Medium
Knowledge Formation and Digital Infrastructure

Hgg. von Torsten Meyer, Michael Scheibel, Stephan Münte-Goussar, Timo Meisel, Julia Schawe

Mit Beiträgen von: Elke Bippus, Remo Burkhardt, Manfred Faßler, Monika Fleischmann/Wolfgang Strauß, Michael Giesecke, Frank Hartmann, Markus Krajewski, Oliver Marchart, Winfried Marotzki, Trebor Scholz, Werner Sesink

Die seit nunmehr 15 Jahren so genannten „Neuen Medien“ in einem erweiterten Diskurs zu untersuchen, war das Ziel eines transdisziplinären Diskurses auf dem internationalen Symposion „Bildung im Neuen Medium“. Der Fokus der Diskussion richtete sich auf die Wandlungen der Darstellungs- und Interaktionsweisen in Wissenschaft und Kunst und ihre Wechselwirkungen mit den individuellen und sozialen Handlungspraxen, Wissensorganisationen und Denksystemen. Insbesondere wurde nach bildungstheoretischen Implikationen und ihrer Bedeutung für gegenwärtige Bildungseinrichtungen gefragt: Transformationen der Lehrinhalte und ihrer Formen, der didaktischen und heuristischen Werkzeuge, der institutionellen Kontexte, aber auch der Sozialisation der Studierenden- und Schülergeneration, der in die digitalen Kulturen Hineingeborenen.

An extended discourse analysis of what has been called “New Media” for the past 15 years was the goal of a transdisciplinary discourse at the international symposium „Education Within a New Medium“. The debate focused on changed ways of depicting and interaction in the fields of science and the arts and on their interdependency with individual and social conduct, organization of knowledge and systems of thought. In particular it was asked about implications determined by educational theory and their significance for current educational institutions: transformations of content and also forms of teaching, of didactic and heuristic tools, of institutional contexts, as well as the socialization of that generation of students and pupils native to digital cultures.

Waxmann, Münster/New York/München/Berlin (im Druck, erscheint Herbst 2007)

Weitere Informationen unter:
http://www.waxmann.com
http://mms.uni-hamburg.de/symposion2006/

Pädagogische Medien, Aquarium, Fischbowl, MedienBildungsRaum

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Wie erwähnt nahm ich am Wochenende am Theorie-Forum der Kommission Medienpädagogik der DGfE in Darmstadt teil. Inhaltlich ging es zur Sache: In Medias Res! Was ist ein pädagogisches Medium?

Unter anderem führte ich in meinem Vortrag die Metapher vom Fisch im Wasser an: Das „Medium“ könnte man denken in einer Weise, wie man sagt, Fische leben im Medium Wasser. „Medium“ wäre dann – wie in physikalischen oder chemischen Kontexten – zu verstehen als eine Art Träger oder Stoff, in dem sich bestimmte Vorgänge abspielen (Luft als Träger von Schallwellen oder als Stoff, in dem bestimmte chemische Prozesse ablaufen). In unserem Kontext könnte man anlog sagen: Medium als Träger und Stoff psychischer und sozialer Vorgänge.
Diese Konzeption des Medien- oder genauer Medium-Begriffs birgt ein paar Probleme. Oder anders und positiv formuliert birgt sie ein paar Herausforderungen: Fische sind die einzigen Tiere, die nicht wissen, was Wasser ist. Fische haben kein explizites Wissen über das Medium, das ihnen als Lebens-Mittel dient. Erst der Wechsel von einem in ein anderes, ein „Neues Medium“ würde dessen Eigenarten erfahrbar machen. Erst wenn Fische auf dem Trockenen liegen, würden sie – mit gravierender Wirkung allerdings – erfahren, was Wasser ist.
Ein Medienpädagoge, oder besser gesagt, ein Medium-Pädagoge, der seiner Arbeit einen solchen Begriff von Medium zugrunde legt, hätte also ein paar schwierige Probleme zu lösen: Er müsste Fischen erklären, was Wasser ist (nach Möglichkeit ohne sie ihres Lebensmittels zu berauben).
(siehe dazu auch das entsprechende Leitmotiv zur Tagung „Bildung im Neuen Medium“ und den Ursprung im KVV SoSe 2002)

Im Vortrag ging es mir vor allem um die Übergänge, Brüche, Medienwechsel, mediologischen Revolutionen, die mit jeweils neuen (Medien-)Technologien in Zusammenhang stehen. Deshalb auch der Bezug auf die Metapher vom Digital Native vs. Immigrant. Digital Immigrants kann man sich in diesem Bild dann auch als von einem alten in ein neues Medium hüpfende Fische vorstellen kann – „Irgendein Fisch ist dann immer gerade in der Luft“, fasste Christoph Koenig einen Aspekt der Diskussion bildlich zusammen. Die zugehörige Illustration – siehe oben – habe ich gerade in Googles Bilderorakel bzw. hier gefunden.

Kann es wirklich Zufall sein, dass Karl Fisch’s blog (vgl. shift happens) gerade „The Fischbowl“ heißt?

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Die Behälter-Metaphorik („Bin ich da schon drin oder was?“) kann auch sehr konkret auf den „pädagogischen Raum“ bezogen werden. Wie Werner Sesink im Einleitungsbeitrag betonte, spielt der Raum als Metapher wohl eine recht große Rolle im pädagogischen Denken, die Gestaltung der realen Lehr/Lernräume wird aber in der Regel der Architektur, den Ingenieuren und Mittelverwaltern überlassen. Sehr beeindruckend im Hinblick darauf war der Tagungsort: Die ComputerStudienWerksatt CSW, ein MedienBildungsRaum, den Werner Sesink und Mitarbeiter konzipiert und erst kürzlich eröffnet haben. Mehr Bild- und Hintergrundtext-Material zum Projekt und zum Konzept findet sich im und am takeyourspace blog und auf der CSW-Projekt-Seite. Es gibt viele gedankliche Nähen zu Timo Meisels Ideen zum MedienBildungsRaum *mms in Hamburg …

Visualisierung des Weltweit-Werdens

Eine wunderbar übersichtliche Visualisierung des Weltweitwerdens, gefunden unter http://www.royalsapien.com/pop1/ (via http://infosthetics.com).
Selbst- und Weltverhältnis zu Zeiten der Globalisierung: „world population:one – A simple information graphic depicting the world population as pixels. the first pixel represents „you“, the rest is everyone else currently alive on planet Earth. Please scroll to the right to get startet.“

(Am besten mit Mozilla-Browsern angucken, Safari z.B. zerfleddert…)