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Lesens- und Sehenswert: fragen-zur-kunst.de

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Gerade habe ich im Briefkasten das Belegexemplar gefunden: Sehr schön das neue Buch von Tanja Wetzel und Dirk Pöschmann über das Projekt fragen-zur-kunst.de: „Aus medienpädagogischer, philosophischer, linguistischer und kunstwissenschaftlicher Perspektive werden Material, Struktur, Intention und Bildungsanspruch von fragen-zur-kunst.de untersucht und evaluiert. Zentral ist hierbei immer die Suche nach dem Wesen der Frage und ihrer möglichen Bedeutung für die Kunst und ihre Vermittlung.“
Darin auch Auszüge meines blog-Beitrags zum wirklich großartigen Projekt, das 700 kurze Video-Antworten von mehr als 100 Menschen auf 250 Fragen, die sich höchst vielfältig um Gegenwartskunst im Allgemeinen und um die documenta12 im Speziellen drehen, hypermedial versammelt.

Let the robots do the teaching

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Nun also doch …. In den 1990er Jahren war die Angst weit verbreitet, mit „diesen Neuen Medien“ würden wir die Lehrer arbeitslos machen wollen. Später sah man allgemein ein, dass es darum nun gerade nicht ging/geht. Eher das Gegenteil!! Und nun fängt man in Tokio doch an, Lehrer durch Roboter zu ersetzen!! Aber welche Funktion des Lehrers?

“However, Saya [the robot teacher] needs to work on improving her classroom management skills. At present, she can’t do much more than call out names and shout orders like “Be quiet.” But that does not make her any less popular with the kids.”

Absonderliche Formen des E-Learning …

via next nature

Nochmal: Stellenausschreibung Lehrkraft für besondere Aufgaben

Zur Verstärkung des Teams sucht unser Schlüsselkompetenzzentrum eine Lehrkraft für besondere Aufgaben mit besonderen Kenntnissen und Lehrkompetenzen in einem oder mehreren der folgenden Bereiche:

  • Informations- und Kommunikationstechnologie / Medienkompetenz;
  • Kompetenzen für wertbasiertes Engagement in der Zivilgesellschaft (‚Citizenship’/Bürgerkompetenz), Netzwerkkompetenz;
  • Lernkompetenz (Lernorganisation und –steuerung);
  • Techniken wiss. Arbeitens, auch im Bereich der Kultur- und Geisteswissenschaften;
  • Initiativ-Kompetenzen (u.a. Projektmanagement).

Näheres siehe Ausschreibungstext

Gute Bewerbungen bitte bis 20.4.09 an:
Universität Hamburg
Fakultät für Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft
Verwaltung, Frau Ute Lübke
Stichwort: LfbA ABK
Von-Melle-Park 5 / IV
20146 Hamburg.

Das Morgen trifft auf vorgestern

Heute morgen überrascht mich die taz mit der Ankündigung, ab sofort in loser Folge das „Lernen2.0“ zu beleuchten: Mit Reportagen aus Laptop-Klassen, Portraits von Lernen mit Blogs und Wikis, Interviews mit Vordenkern des neuen Lernens. (siehe diesen Artikel, Randbemerkung)

Das hat mich relativ verblüfft, weil das Buzzword „Lernen2.0“ zwar durchaus schon hier und da aufgetaucht ist, aber ich es als noch nicht so schwerwiegend angesehen hatte, dass die taz gleich eine Folge dazu anschiebt. Aber vielleicht bewegen sich die Dinge doch viel schneller als gedacht …

Passend zum Geschwindigkeitsthema lese ich um 16:12 Uhr eine mail, die ralfa um 13:57 Uhr herumschickte (erste Kommentare von roitsch um 14:29) mit dem Hinweis auf die neue Kampagne der Kaplan-University, aufgeschnappt „natürlich per twitter“, wie ralfa schrieb (um z.B. mich endlich zum aktiven Twittern zu überreden): twitter.com/OwenKelly/status/1101716232 (thanks Owen!!).

Und dann überrascht mich der Clip selbst auch noch wieder bzgl. Geschwindigkeit der Change-Management-Prozesse … „I stand before you today …“, spricht der Hochschullehrer da, „… to apologize. The system has failed … “ – Wer hätte das (jetzt schon) erwartet? Ein (Hoch-)Schullehrer, der sich für das Bildungssystem entschuldigt „steeped in traditions and old ideas“ – unbedingt angucken!!

The times they are a changing …

Fragen zur Kunst (documenta-dock.net)

Bernhard Balkenhol fasst die grundlegende Idee des Konzepts quasi schlüssig zusammen: „Gegenwartskunst ist eigentlich nicht schwer zu vermitteln, weil man selbst ja Bestandteil dieser Gegenwart ist. Wenn man diese Gegenwart als Gegenwart ernst nehmen würde, hätte man wahrscheinlich weniger Probleme, diese Kunst ernst zu nehmen und damit die Kunst auch zu verstehen.“

Er meint das zwar gar nicht explizit bezogen auf das Projekt Fragen zur Kunst, sondern antwortet allgemein auf die Frage „Warum ist zeitgenössische Kunst so schwer zu vermitteln?“ Aber für das Konzept des Projekts passt es auch: Aktuelle Medientechnologie wird genutzt, um Zugänge zur aktuellen Kunst zu schaffen. Die Gegenwart wird als Gegenwart ernst genommen, indem Gegenwartsmedientechnologie verwendet wird, um Gegenwartskunst zu vermitteln.
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Tagung Angebot und Nachfrage Kunstpädagogik – vielversprechende Referenten


Wie schon erwähnt, veranstaltet Franz Billmayer vom 19. bis 21. März 2009 an der der Universität Mozarteum Salzburg eine ungewöhnliche Tagung. Es sollen nicht, wie üblich, die “Anbieter” der Kunstpädagogik zu Wort kommen, sondern die “Abnehmer”. Die „Anbieter“ haben dazu ihre Angebote in einen Reader geschrieben: “Angeboten. Was die Kunstpädagogik leisten kann” (KoPaed 2008).


Nun hat Franz Billmayer die ersten „Nachfrager“ bekannt gegeben, die im Rahmen der Tagung auftreten werden. Und ich bin recht beeindruckt, wen wir da als Nachfrager erwarten können. Insbesondere das Angebot vom Donnerstag, 19.3.2009 macht mich neugierig … Wolfgang Ullrich wird die Kunst wohl tiefer hängen, Frank Hartmann wird Medienphilosophie und Mediologie in der Kunstpädagopgik nachfragen …

Seit ein paar Tagen kann man sich schon anmelden für die Tagung. Schön, im Teilnehmerbeitrag sind beide Bücher bereits enthalten: Angeboten. Was die Kunstpädagogik leisten kann und Nachgefragt. Was die Kunstpädagogik leisten soll.

Angebot/Nachfrage Kunstpädagogik


Das Konzept der Tagung, die Franz Billmayer vom 19. bis 21. März 2009 an der der Universität Mozarteum Salzburg ausrichtet, ist wirklich interessant. Es sollen dort nicht, wie sonst üblich, die „Anbieter“ (Lehrer, akademische Fachdidaktiker) zu Wort kommen, sondern die „Abnehmer“. Dazu wird im Moment eine Publikation quasi als Reader für die Tagung produziert, die das „Angebot“ zeigt: „Angeboten. Was die Kunstpädagogik leisten kann“ (KoPaed, Ende 2008). Nach der Tagung werden die Beiträge der „Nachfrager“ veröffentlich: „Nachgefragt. Was die Kunstpädagogik leisten soll.“ Ich bin sehr gespannt!!

Meinen Beitrag, „To Whom It May Concern: Angebot Kunstpädagogik“ habe ich gerade fertiggestellt. Preview findet sich neben den anderen Leseproben unter www.nachfrage.be/angebot.html.

Sehr schön auch Pazzinis Beitrag „Berge versetzen“

ISP-Blog-Award

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Der angekündigte ISP-Blog-Award wurde im Rahmen des Nachbereitungsseminars zum Schulpraktikum am vorletzten Wochenende ausgeknobelt. Platz Nummer eins belegt Frau Kübler mit Ihrem blog Frau Kübler geht zur Schule. Auf Platz 2 und 3 wählten die SeminarteilnehmerInnen STEVI07’S WEBLOG und logbuchpraktikum.blogger.de. Als „studienrelevanten Sachpreis“ gab es – leider nur für den ersten Platz – ein Exemplar von „Bildung im Neuen Medium“.

Insgesamt hat sich, denke ich, die Bloggerei als Praktikumsportfolio (als Grundlage für einen problemorientierten Praktikumsbericht) bewährt. Interessant in diesem Zusammenhang sind auch die Tagclouds (siehe oben, Beispiel Frau Kübler), aus denen ein zumindest „wolkiger“ Überblick über die Themen, die die Studerenden während des ersten Schulpraktikums für relevant halten. Ich werde das Portfolio-Bloggen beim nächsten Durchlauf wieder wärmstens empfehlen. Auch die Arbeit in den 3 Kleingruppen (je 8-10 Teilnehmer) hat sich im Nachhinein sehr bewährt. Im Vorbereitungsseminar haben sich die Studierenden gegenseitig (und per Video-Aufzeichnung auch jeweils selbst) beim „MicroTeaching“ in der Lehrerrolle beobachtet und kritisiert, im Rahmen des Nachbereitungsblocks haben sie in diesen Gruppen „problemorientierte Praktikumserfahrungsberichte“ präsentiert und diskutiert.

Trotz oder wegen des sehr guten Wetters an diesem Wochenende war die Veranstaltung sehr angenehm: Interessierte, motivierte Studierende, die sehr engagiert miteinander diskutiert haben und sich laut eigenem Bekunden „nicht perfekt vor-, aber hervorragend nachbereitet“ fühlten und „nun (trotz anfänglicher Bedenken) erst recht Lehrer werden wollen.“

Vielen Dank an alle Beteiligten!!

Bloggende Praktikanten

Die Vorlesungsfreie Zeit verbringe ich diesmal mit der Betreuung von Studierenden im integrierten Schulpraktikum. Das 4-wöchige Praktikum ist verbunden mit einem Vorbereitungs- und einem Nachbereitungsseminar.

Wie ich es seit einigen Semestern in (fast) allen meiner Lehrveranstaltungen anempfehle, soll auch hier mit einem ePortfolio gearbeitet werden. Das ist hier doppelt sinnvoll, weil es Praktikum und Vor- und Nachbereitungsseminar über eine Laufzeit von fast einem Jahr semantisch vernetzen kann und auch eine recht gute Grundlage für einen problemorientierten Praktikumsbericht liefert. Bei anderen Seminaren verbinde ich die Portfolio-Arbeit gern mit dem Assessment und mache am Ende des Semesters eine kurze mündliche Prüfung, bei der mir die Studierende anhand ihres Portfolios erläutern, womit sie sich im vergangenen Semester gedanklich beschäftigt haben und wie sie es mit anderen gedanklichen Beschäftigungen im Studium (und außerhalb) verbinden.

Wie immer empfehle ich verschiedene Tools für das ePortfolio:

Verblüffend für mich: Bei dieser Veranstaltung wird extrem viel geblogged. Immerhin 14 von 24 Studenten nutzen (für diesen Zweck neu eingerichtete) blogs als Portfolio-Tool. Das ist erstaunlich, weil beim blog theoretisch die ganze Welt mitlesen kann, und (obwohl sie das ganz sicher nicht tut) nach meinen Erfahrungen mit dem bloggen entsprechende Ängste, auch die eigenen Schwächen öffentlich zu machen, verbunden werden. (r. hatte dazu auch kürzlich hier nebenan geschrieben: loveitorchangeit: Plädoyer für offene ePortfolios) Vielleicht ist in diesem Fall (Schulpraktikum, erste Erfahrungen auf der „anderen Seite des Lehrerpults“, Auseinandersetzung mit der eigenen Interpretation der Lehrerrolle usw.) aber gerade das Öffentlichkeitsargument in die andere Richtung überzeugend, weil es ganz offenbar hilft, beruhigt, fasziniert, … den anderen bei den gleichen Erfahrungen über die Schultern zu gucken?

Nicht ganz unschuldig an der Bloggerei sind aber sicher auch r., der von Zeit zu Zeit ausgeholfen hat, und der bloggende Lehrer Röhe, der als betreuende und mitwirkende Lehrkraft in das Praktikum eingebunden ist.

Besonders interessant finde ich dieses Phänomen vor dem Hintergrund des größten Dramas des Lehrerberufs, nämlich dass der Lehrer üblicherweise hinter sich die Tür schließt, sobald er zu arbeiten beginnt …