Wi-Fi Detector Shirt


Digital Natives können WLAN-Wellen vermutlich direkt körperlich spüren (ihre Gehirne haben wohl zusätzliche Sensoren ausgebildet, die auf Funknetzwellen ansprechen. Ich weiß nicht genau, wie das funktioniert, ich meine beobachtet zu haben, dass sich hochgegelte Haare nach der Netzintensität ausrichten … Und wenn sie manchmal irgendwie unruhig und rastlos wirken, liegt es vermutlich daran, dass die Netzstärke unzureichend ist oder es überhaupt gar kein WLAN gibt) Für alle anderen gibt es nun den WearableWirelessDetector von ThinkGeek!!
Köstliche Idee!! Das sollten wir unbedingt im Hinterkopf behalten für das Themenfeld eInfrastructure im ePUSH-Projekt, wo es um flächendeckendes WLAN und sonstige Ubiquitäten geht …

Herzlichen Dank (mal wieder) an Beat Doebeli Honeger für diesen Hinweis!!

Noch mehr Stellen: studentische Mitarbeiter

Im „Stellenwerk“ sind zurzeit ein paar Stellen für studentische Mitarbeiter im Projekt ePUSH ausgeschrieben:
Projekt: ePush Bereich: CommunityBuilding
Projekt: ePush Bereich: eInfrastruktur
Projekt: ePush Bereich: Projektkoordination
Näheres: Beim Stellenwerk Suchbegriff „ePUSH“ eingeben.

Außerdem noch eine Stelle, die insbesondere für Studenten der Kunstpädagogik interessant sein dürfte: verspricht interessante Kontakte auch für nach dem Studium …
Aktuelle Kunst in der Schule EILT sehr, bitte sofort bewerben…. (Stelle besetzt)

Stellenausschreibung Koordination ePUSH

Die Fakultät für Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft möchte im Rahmen des zweijährigen Projekt ePUSH die Einsatzmöglichkeiten von ICT in Studium und Lehre durch Bündelung und Kommunikation ins Bewusstsein der Lehrenden und Lernenden rufen und dadurch einen selbstverständlichen Umgang mit ICT befördern. Das Projekt soll nachhaltige Strukturen zu schaffen, die einerseits in Einrichtungen und Services, andererseits in den Habitus einer verinnerlichten neuen Lehr- und Lernkultur münden sollen.
Nähere Informationen zum Projekt finden Sie unter: http://mms.uni-hamburg.de/blogs/epush/

Für dieses Projekt ist zum 1.11.2007 befristet für zwei Jahre die Stelle

einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin/eines wissenschaftlichen Mitarbeiters

der Entgeltgruppe 13 TV-L (entspr. Verg.Gr. IIa BAT) mit der Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit (19,5 Stunden wöchentlich) zu besetzen …

-> kompletter Ausschreibungstext als PDF oder html

coming soon: Bildung im Neuen Medium

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Bildung im Neuen Medium
Wissensformation und digitale Infrastruktur

Education Within a New Medium
Knowledge Formation and Digital Infrastructure

Hgg. von Torsten Meyer, Michael Scheibel, Stephan Münte-Goussar, Timo Meisel, Julia Schawe

Mit Beiträgen von: Elke Bippus, Remo Burkhardt, Manfred Faßler, Monika Fleischmann/Wolfgang Strauß, Michael Giesecke, Frank Hartmann, Markus Krajewski, Oliver Marchart, Winfried Marotzki, Trebor Scholz, Werner Sesink

Die seit nunmehr 15 Jahren so genannten „Neuen Medien“ in einem erweiterten Diskurs zu untersuchen, war das Ziel eines transdisziplinären Diskurses auf dem internationalen Symposion „Bildung im Neuen Medium“. Der Fokus der Diskussion richtete sich auf die Wandlungen der Darstellungs- und Interaktionsweisen in Wissenschaft und Kunst und ihre Wechselwirkungen mit den individuellen und sozialen Handlungspraxen, Wissensorganisationen und Denksystemen. Insbesondere wurde nach bildungstheoretischen Implikationen und ihrer Bedeutung für gegenwärtige Bildungseinrichtungen gefragt: Transformationen der Lehrinhalte und ihrer Formen, der didaktischen und heuristischen Werkzeuge, der institutionellen Kontexte, aber auch der Sozialisation der Studierenden- und Schülergeneration, der in die digitalen Kulturen Hineingeborenen.

An extended discourse analysis of what has been called “New Media” for the past 15 years was the goal of a transdisciplinary discourse at the international symposium „Education Within a New Medium“. The debate focused on changed ways of depicting and interaction in the fields of science and the arts and on their interdependency with individual and social conduct, organization of knowledge and systems of thought. In particular it was asked about implications determined by educational theory and their significance for current educational institutions: transformations of content and also forms of teaching, of didactic and heuristic tools, of institutional contexts, as well as the socialization of that generation of students and pupils native to digital cultures.

Waxmann, Münster/New York/München/Berlin (im Druck, erscheint Herbst 2007)

Weitere Informationen unter:
http://www.waxmann.com
http://mms.uni-hamburg.de/symposion2006/

Pädagogische Medien, Aquarium, Fischbowl, MedienBildungsRaum

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Wie erwähnt nahm ich am Wochenende am Theorie-Forum der Kommission Medienpädagogik der DGfE in Darmstadt teil. Inhaltlich ging es zur Sache: In Medias Res! Was ist ein pädagogisches Medium?

Unter anderem führte ich in meinem Vortrag die Metapher vom Fisch im Wasser an: Das „Medium“ könnte man denken in einer Weise, wie man sagt, Fische leben im Medium Wasser. „Medium“ wäre dann – wie in physikalischen oder chemischen Kontexten – zu verstehen als eine Art Träger oder Stoff, in dem sich bestimmte Vorgänge abspielen (Luft als Träger von Schallwellen oder als Stoff, in dem bestimmte chemische Prozesse ablaufen). In unserem Kontext könnte man anlog sagen: Medium als Träger und Stoff psychischer und sozialer Vorgänge.
Diese Konzeption des Medien- oder genauer Medium-Begriffs birgt ein paar Probleme. Oder anders und positiv formuliert birgt sie ein paar Herausforderungen: Fische sind die einzigen Tiere, die nicht wissen, was Wasser ist. Fische haben kein explizites Wissen über das Medium, das ihnen als Lebens-Mittel dient. Erst der Wechsel von einem in ein anderes, ein „Neues Medium“ würde dessen Eigenarten erfahrbar machen. Erst wenn Fische auf dem Trockenen liegen, würden sie – mit gravierender Wirkung allerdings – erfahren, was Wasser ist.
Ein Medienpädagoge, oder besser gesagt, ein Medium-Pädagoge, der seiner Arbeit einen solchen Begriff von Medium zugrunde legt, hätte also ein paar schwierige Probleme zu lösen: Er müsste Fischen erklären, was Wasser ist (nach Möglichkeit ohne sie ihres Lebensmittels zu berauben).
(siehe dazu auch das entsprechende Leitmotiv zur Tagung „Bildung im Neuen Medium“ und den Ursprung im KVV SoSe 2002)

Im Vortrag ging es mir vor allem um die Übergänge, Brüche, Medienwechsel, mediologischen Revolutionen, die mit jeweils neuen (Medien-)Technologien in Zusammenhang stehen. Deshalb auch der Bezug auf die Metapher vom Digital Native vs. Immigrant. Digital Immigrants kann man sich in diesem Bild dann auch als von einem alten in ein neues Medium hüpfende Fische vorstellen kann – „Irgendein Fisch ist dann immer gerade in der Luft“, fasste Christoph Koenig einen Aspekt der Diskussion bildlich zusammen. Die zugehörige Illustration – siehe oben – habe ich gerade in Googles Bilderorakel bzw. hier gefunden.

Kann es wirklich Zufall sein, dass Karl Fisch’s blog (vgl. shift happens) gerade „The Fischbowl“ heißt?

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Die Behälter-Metaphorik („Bin ich da schon drin oder was?“) kann auch sehr konkret auf den „pädagogischen Raum“ bezogen werden. Wie Werner Sesink im Einleitungsbeitrag betonte, spielt der Raum als Metapher wohl eine recht große Rolle im pädagogischen Denken, die Gestaltung der realen Lehr/Lernräume wird aber in der Regel der Architektur, den Ingenieuren und Mittelverwaltern überlassen. Sehr beeindruckend im Hinblick darauf war der Tagungsort: Die ComputerStudienWerksatt CSW, ein MedienBildungsRaum, den Werner Sesink und Mitarbeiter konzipiert und erst kürzlich eröffnet haben. Mehr Bild- und Hintergrundtext-Material zum Projekt und zum Konzept findet sich im und am takeyourspace blog und auf der CSW-Projekt-Seite. Es gibt viele gedankliche Nähen zu Timo Meisels Ideen zum MedienBildungsRaum *mms in Hamburg …

shift happens (2.0)


Es gibt seit kurzem eine Version 2.0 von Karl Fisch’s Präsentation Did You Know?. Die neue Version ist visuell besser umgesetzt und auch leicht inhaltlich überarbeitet. Leider ist auch einiges auf der Strecke geblieben, z.B. die für noch kolonial orientierte Bildungsbürger einigermaßen frappierende Passage:
. . .
10. Sometimes size does matter.
11. If you’re one in a million in China . . .
12. There are 1,300 people just like you.
13. In India, there are 1,100 people just like you.
14. The 25% of the population in China with the highest IQ’s . . .
15. Is greater than the total population of North America.
16. In India, it’s the top 28%.
17. Translation for teachers: They have more honors kids than we have kids.

Die Präsentation gehört zu einer auch insgesamt sehenswerten „trilogy“, bestehend aus „What if“, „Did You Know“ und „2020 Vision“, alle erreichbar hier.

Zwischen Kanal und Lebens-Mittel: pädagogisches Medium und mediologisches Milieu

[Abstract zum Vortrag auf dem Theorie-Forum 2007 der Kommission Medienpädagogik der DGfE, 6./7.7.2007, Darmstadt: In Medias Res! Was ist ein pädagogisches Medium?]

Mittel, Mittler, Vermittlung, Milieu – was ist ein Medium? Die grundlegendste Definition des Mediums ist wohl die des „Dazwischen“. Zwischen Sender und Empfänger zum Beispiel der Kanal: Ein passives technisches Werkzeug oder Instrument für die – zumeist intentional ausgerichtet gedachte – Übertragung und Verbreitung von Information.
Jenseits der Kanal-Metapher kann Medium in Form einer konstitutiven Aktivität eines „informellen Dazwischen“ (Debray) gedacht werden. Von der „Prägekraft der Medien“ (Krämer) ist die Rede, vom Medium als Milieu. Gemeint sind die gegenseitigen Bedingungen und Verflechtungen von Kultur, Kommunikation und Technologie, die im Großmaßstab zum Beispiel von der Medientechnologie des Buchdrucks zu einer „Graphosphäre“ als epochenspezifischem Set von Bedingungen kognitiven, kommunikativen und sozialen Prozessierens führen.
Nicht zuletzt – weil es nämlich die „Kernfrage der menschlichen Kommunikation überhaupt“ (Flusser) betrifft – kann die Paideia selbst als ein „Zwischen“ den Generationen gedacht werden, als Prozess, der die Übertragung von Informationen aus dem Gedächtnis der einen Generation in das Gedächtnis der ihr folgenden ermöglicht.
Medien verteilen Informationen nicht nur im Raum, sondern auch in der Zeit. In der gerade angebrochenen digitalen Mediosphäre ist der Raum global geworden, die Zeit aber auf den Punkt fokussiert. Umso dringender also die Frage: Was ist ein pädagogisches Medium?

Mediologie als Methode

Nachtrag: Im Mai hatte ich an der mit einem gleichnamigen Publikationsprojekt (siehe cfp) verbundenen Tagung Mediologie als Methode an der Humboldt Universität Berlin teilgenommen. Vertreter ganz unterschiedlicher Disziplinen trugen vor zur Frage, ob und in welcher Weise Mediologie als Methode in den verschiedenen Fachgebieten angewandt werden kann.

Ich hatte in meinem Vortrag wieder einmal den grandiosen Sketch aus der norwegischen TV Show „Øystein & Meg“ eingesetzt, der auf so amüsante Weise zeigt, dass auch das Buch einmal ein „Neues Medium“ gewesen ist.

Die per mediologischer Methode zu bearbeitende Forschungsfrage hatte ich ausgehend von ein paar recht weitsichtigen Bedenken Hartmut von Hentigs formuliert: „Können wir wirklich annehmen, dieses Gerät lasse sich in unsere Schulen holen – als neuer Unterrichtsgegenstand und als neues Unterrichtsmittel, ohne daß das Folgen [hat] für das Ganze, für den „Lehrplan des Abendlandes“, für unsere Auffassung von Bildung und Kultur […]?“ (Hartmut von Hentig: Die Flucht aus dem Denken ins Wissen, in: Medien + Erziehung, Nr. 40, 6/1996, S. 330).
Ganz im Sinne dieser Bedenken gehe ich davon aus, dass es (und zwar erhebliche) Folgen hat, wenn wir „dieses Gerät“ in unsere Schulen (und Hochschulen) holen. Im Gegensatz zu Hartmut von Hentig gehe ich allerdings davon aus, dass es sich „dieses Gerät“ gar nicht mehr vermeiden lässt, weder in der Schule noch sonst irgendwo. Die Frage, die ich mittels mediologischer Methoden zu beantworten suche, kann ich in Anlehnung so formulieren: Was wird aus dem Lehrplan des Abendlandes, aus unserer Auffassung von Bildung und Kultur usw. jetzt, wo sich „dieses Gerät“ in unseren Schulen und Hochschulen nicht mehr vermeiden lässt?

Thomas Weber, mit Birgit Mersmann Initiator der Tagung und der Publikation berichtet (per mail): „Dabei kamen erstmals Vortragende aus allen deutschsprachigen Ländern sowie Redaktionsmitglieder einschlägiger mediologischer Publikationen (Cahiers de Mediologie, médium) aus Frankreich zusammen. Alle Beiträge (die Buchveröffentlichung ist für 2008 geplant) bemühten sich um eine interdisziplinär nachvollziehbare Darstellung und zeigten einen unerwartet breiten Basiskonsens der Teilnehmer, der einen mediologischen Ansatz als mögliche Perspektive für praktisch alle angesprochenen Disziplinen erkennen lässt – von der Religionswissenschaft bis hin zur Pädagogik, von der Rechtswissenschaft hin zur Soziologie und selbstverständlich auch der Medienwissenschaft. […]
Die Beiträge entwarfen Gegenstandsbereiche, für die die Mediologie in besonderem Maße geeignet ist, führten paradigmatisch eine mediologische Analyse an einem Gegenstandsbereich durch oder betonten stärker den programmatischen Impuls der Mediologie für die etablierten Disziplinen und versuchten in der Applikation eines mediologischen Ansatzes auf ihre jeweiligen Fachgebiete auch das Programm der Mediologie zu hinterfragen. Dabei zeigte sich, dass alle Vortragen nicht von einer feststehenden Vorstellung von Mediologie ausgingen (also nicht versuchten, einer festgefügten Norm von dem, was Mediologie sei, zu entsprechen), sondern eigene programmatische Akzente setzten, was den offenen Charakter der Mediologie unterstreicht. […]“

Die website www.mediologie.avinus.de wurde anlässlich der Tagung zu einem Forum des „Netzwerks Mediologie“ ausgebaut, Till Nikolaus von Heiseler hat ein Tagungs-Wiki eingerichtet und er wird die Vorträge der Tagung auf der WebSite http://www.formatlabor.net/blog/ als Videostreams präsentieren (in einigen Wochen einsehbar).