Bundeskongress ff: Möglichkeiten

Wie vorgeschlagen beginnt hier eine neue Sammlung (und Diskussion) guter Ideen zur Gestaltung eines nächsten Bundeskongresses Kunstpädagogik. Der Übersicht halber zunächst eine Zusammenfassung des bisher Eingegangenen:
(Falls mißverständlich oder falsch zusammengefasst oder etwas übersehen, bitte mittels Kommentar korrigieren. Ich arbeite es dann ein)

Allgemeine Wünsche und Forderungen:

  • Orientierung an den Prinzipien des ins real life gestülpten Cyberspace: der Verbindung aller mit allen, der Schaffung virtueller Gemeinschaften, der kollektiven Intelligenz und der Medialisiserung radikaler Basisdemokratie. (T. Meyer)
  • Transparenter und offener Austausch jenseits von rückwärtsgewandten Grabenkämpfen. (A. Brenne)
  • Den transversalen und interdisziplinären Geist vergangener Treffen reaktivieren. (A. Brenne)
  • Es ist wenig produktiv, alterspezifische oder sonstige Ausgrenzungen vorzunehmen. Ausgrenzungskriterium wäre, wenn jemand käme und sagte, er könne alles genau erklären und deuten und wissen und verkünden. (M. Blohm)
  • an müsste darüber nachdenken, wie LehrerInnen und HochschullehrerInnen überregional gemeinsam forschend Themen aufgreifen können, die unser Fach betreffen und wie sich die verschiedenen KollegInnen vernetzen können. (M. Blohm)

Themen:

  • Weniger Nabelschau. (A. Brenne)
  • Mehr Interesse an vielfältigen Themen und Herausforderungen des Gegenwärtigen. (A. Brenne)
  • Frage- und Themenbereiche bündeln, nicht so sehr Antworten liefern als vielmehr (auf Schule gerichtete) Forschungsprojekte anstoßen, und alle, die interessiert sind, einladen und motivieren, daran mitzuwirken. (M. Blohm)

Institutionelle Rahmung:

  • Ein kommender „Bundeskongress“ (wenn er denn kommt) müsste vielfältig gegründet werden: Jedem/r aktiven Kunstpädagogen/in die Möglichkeit der Partizipation eröffnen. (A. Brenne)
  • Den kommenden Bundeskongress im Bild des “Netzdialogs” zu entwickeln, auf den “Schultern vieler” auszutragen, ist reizvoll und anregend. (K. Winderlich)
  • Die Vorbereitung sollte unbedingt auf eine breite personelle und inhaltliche Basis gestellt werden. Das hat beispielsweise in Leipzig gut funktioniert. (M. Fritzsche)
  • Tag der/des … mit eigen-gewähltem Fokus. Nicht durch Organisationen wie BDK, sondern eigen-initiativ ausgerichtet. (J. Zaremba)
    Wichtiger Diskussionsbedarf! Ich plädiere dafür, nicht gegen den BDK zu planen, sondern davon auszugehen, dass der BDK selbst ein Interesse hat an seinem Nachwuchs und dessen Ideen für zukünftige Arbeit im Verein und im Fach. Solange hier nichts Gegenteiliges von Seiten des BDK geäußert wird, sollte mit dem BDK geplant werden. Meinungen erbeten!

Kongressformen:

  • Jour Fixe Simultan – In festgelegtem Rhythmus (z. B. alle 2 Monate) treffen sich am jeweils immer gleichen Ort zur selben Zeit in verschiedenen Städten KunstpädagogInnen zum aktuellen Austausch – Themen, Prozesse und Ergebnisse werden (am besten zeitgleich) online ausgetauscht. (J. Zaremba)
  • Plattform AG – Erprobt durch die AG-Games (www.ag-games.de): “Durch Vernetzung den Wissenschafts- und Praxis-Diskurs bündeln, systematisieren und voranbringen”
 – Mehrmaliges jährliches Treffen in alternierenden Städten, vorab durch die Anwesenden ein gemeinsames Thema vereinbaren, zu dem (freiwillig) kurze Inputs durch die anwesenden AG-Mitglieder vorgestellt und diskutiert werden. Gegebenenfalls Möglichkeit gemeinsamer Publikation, Projektierung etc. Sowohl die Inputs als auch die AG-Termine werden für alle Interessierten auf einer Website veröffentlicht, auf der sich auch alle Mitglieder stichwortartig vorstellen (können dürfen sollen). (J. Zaremba)
  • Vorweg eine Reihe kleiner vielleicht regionaler, vielleicht themenspezifischer Kongresse/Tagungen, in denen sich Fragen und Themen entwickeln können/sollten für einen gemeinsamen Bundeskongress. (M. Blohm)

Veranstaltungsformate:

  • Orientierung an spontaneren und kooperativeren Formen wie bei Barcamps und Unkonferenzen (T. Meyer)
  • Es könnte im Saal so etwas wie eine Speakers Corner eingerichtet werden. Statt dass einer redet, werden im Saale mehrere kunstpädagogische Kisten aufgestellt und wer sich berufen fühlt, kann auf eine steigen und eine Rede halten. Wer ihm zuhören möchte, der bleibt in der Nähe stehen oder man geht weiter zur nächsten oder übernächsten Kiste. (Wer am Ende die meisten Zuhörer hatte, der kann sich als Gewinner fühlen) (M. Blohm)
  • Art Education Slam
 – Hatten wir schon mal in Frankfurt anlässlich einer Buchpublikation durchgeführt, war sehr locker und hatte gute Resonanz: Wie ein Poetry-Slam: Keine Moderation, sondern jede “slamende” Person hat 10 Minuten und eine Projektionsleinwand, um vor dem (stehenden und nicht sitzenden) Publikum eigene aktuelle Publikationen, Aktionen, Thesen etc. vorzustellen. Vortragsform frei (intellektuell, assoziativ, performativ…). Diskussion: Optional: Anschließend party… (J. Zaremba)
  • Plenumsvorträge mit anschließender Diskussion weiterhin eine geeignete Form unter anderen, auch bei zwei- oder dreihundert TeilnehmerInnen. (M. Fritzsche)
  • Erstklassige Keynotes aus relevanten Bezugswissenschaften. (M. Fritzsche)
  • Allerdings sollten frontale Formen nicht zu viel Raum einnehmen. (M. Fritzsche)
  • Dialoge zwischen Forschenden und Lehrenden an der Schule, um im besten Falle an Fallbeispielen und Situationen entlang gemeinsam nachzudenken. (A. Sabisch)
  • Unterstützung: Frage- und Themenbereiche bündeln, nicht so sehr Antworten liefern als vielmehr (auf Schule gerichtete) Forschungsprojekte anstoßen, und alle, die interessiert sind, einladen und motivieren daran mitzuwirken. Man müsste darüber nachdenken, wie LehrerInnen und HochschullehrerInnen überregional gemeinsam forschend Themen aufgreifen können, die unser Fach betreffen und wie sich die verschiedenen KollegInnen vernetzen können. (M. Blohm)

Ort(e):

  • Vor dem Kongress in Düsseldorf hatten wir in Potsdam überlegt, ob es nicht sinnvoll sei, den Bundeskongress an die Uni Potsdam einzuladen, gerade auch vor dem Hintergrund der aktuellen “Abschaffung” der Kunstpädagogik an der Universität, ein bisschen aus dem Beweggrund heraus “dort wo nicht mehr viel ist, kann Neues entstehen” – aber wirklich funktionieren kann so ein Unternehmen nicht “vom Rand” aus. (K. Winderlich)
  • Um einen Blick auf die Vielfalt der Kunstpädagogik zu erhalten – wäre es neben dem Wunsch möglichst viele an der Gestaltung des Kongresses zu beteiligen nicht auch eine Möglichkeit DEN Kongress an vielen, kleinen, großen … (unterschiedlichen) Orten stattfinden zu lassen? (K. Winderlich)
  • Ich plädiere für eine pragmatische Bestimmung des Ortes/der Orte, nach guter Erreichbarkeit, ICE-Trasse, räumlicher Bedingungen usw. Die Frage, wer plant und thematisch bestimmt, ist zunächst einmal wichtiger als das Wo. Bitte diskutieren! (T. Meyer)

Organisatorische Details

  • Twitterwall: neben der zentralen Präsentationsfläche Twitter-Walls, auf denen Kommentare aus dem Publikum (vor Ort im Kongresssaal oder online zugeschaltet von irgendwo auf der Welt) zu lesen sind und so in Echtzeit, noch während des Vortrags in und mit der weltweit vernetzten Community diskutiert werden kann. Vgl. z.B. Vorlesung in Hamburg (T. Meyer)
  • wlan (T. Meyer)

Interaktivität!
Weitere, genauere Vorschläge bitte hier per Kommentar eingeben. Ich arbeite es dann entsprechend ein. Wer könnte (wie legitimiert) VeranstalterIn sein? Was könnten Themen sein? Wie werden diese generiert/gefunden? Was sollte Funktion eines Bundes-Kongresses sein? Welche Veranstaltungsformen sind dafür geeignet? usw. usf.

5 Gedanken zu „Bundeskongress ff: Möglichkeiten

  1. Andrea Sabisch

    Statt überwiegend belehrender Vorträge wünsche ich mir Dialoge zwischen Forschenden und Lehrenden an der Schule, um im besten Falle an Fallbeispielen und Situationen entlang gemeinsam nachzudenken.

  2. Manfred Blohm

    Ein paar Gedanken für einen nächsten Bundeskongress:

    Vorweg eine Reihe kleiner vielleicht regionaler, vielleicht themenspezifischer Kongresse/Tagungen, in denen sich Fragen und Themen entwickeln können/sollten für einen gemeinsamen Bundeskongress.

    Ich finde es wenig produktiv, alterspezifische oder sonstige Ausgrenzungen vorzunehmen. Ausgrenzungskriterium wäre für mich, wenn jemand käme und sagte, er könne alles genau erklären und deuten und wissen und verkünden.

    Ich plädiere für einen Bundeskongress, auf dem Frage- und Themenbereiche gebündelt werden, der nicht so sehr Antworten liefert als vielmehr (auf Schule gerichtete) Forschungsprojekte anstößt, und alle, die interessiert sind, einlädt und motiviert daran mitzuwirken. Man müsste darüber nachdenken, wie LehrerInnen und HochschullehrerInnen überregional gemeinsam forschend Themen aufgreifen können, die unser Fach betreffen und wie sich die verschiedenen KollegInnen vernetzen können.

    Das sind so erste norddeutsch-grenznahe Überlegungen aus Flensburg meinerseits.

  3. Jutta Zaremba

    sehr anregend noch mal der hinweis auf kleine(re) regionale/themen-initiativen vorab anstatt geradewegs auf einen „big bang“-kongress abzielen zu wollen – gedanken tickern weiter…

  4. Jeannette Obst

    ich denke, ein zukünftiger kunst:pädagogischer kongress sollte mal als open space veranstaltet werden. ich stimme p. maset zu: diese kongress-debatten sind petitessen angesichts einer nicht stattfindenden bildungsdebatte. wir sollten endlich mal in die selbstreflexion gehen, uns selbst steuern lernen und in einer recht verstandenen weise kybernetisch denken und handeln! sonst wird uns weiter „die kybernetische achse des bösen (die eine pseudo-kybernetische ist!, j.o.), die das bildungssystem durchdringt“, wie maset schreibt, nämlich weiter durchdrehen lassen.

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