Kunst und ihre Didaktik
* 1965
Skills für das Überleben in der Wissensgesellschaft
Zum gestrigen Beitrag – Sind Sie Experte? Nein, ich kann googeln #Mediokratie, #Wissensmanagement – noch: In bzw. neben dem schon erwähnten taz-Artikel, der die Serie über das “Lernen 2.0″ startete, wird Tony Wagner zitiert. Er nennt 7 survival skills, die Schüler für das Überleben in der Wissensgesellschaft erwerben sollten:
- critical thinking and problem solving
- collaboration across networks and leading by influence
- agility and adaptability
- initiative and entrepreneurship
- effective oral and written communication
- accessing and analyzing information
- curiosity and imagination.
Gefragt sind nun vernünftige Übersetzungen und Interpretationen der hier verwendeten Begrifflichkeiten – die in der taz vorgeschlagenen z.B. scheinen mir eher vom Babelfish produziert zu sein… Wer hat bessere Vorschläge?
Den Spalt zwischen den mit diesen Skills verbundem Anspruch und dem, was die (us-amerikanischen) Schulen tatsächlich hervorbringen, nennt Wagner den “Global Achievment Gap”. So auch der Titel seines neuen Buchs. Bin gespannt …
2 Kommentare »
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Hallo Torsten
Danke für den spannenden Beitrag. Ich finde es immer wieder spannend, dass es Versuche gibt, Fähigkeiten aufzulisten, über die man in der sog. “heutigen Informations- und Wissensgesellschaft” verfügen sollte. Dabei werden entweder immer neue Begriffe geschaffen oder nach etwas radikal neuem gesucht. Aber immer wieder schlägt das Thema critical thinking durch, und das jetzt schon seit mehreren Jahren. Dabei ist der Begriff sowohl im Englischen als auch im Deutschen (Kritisches Denken) keineswegs klar. Somit eröffnet man wieder und wieder einen Interpretationsspielraum … und fast jeder hat seine eigene Interpretation.
Kommentar von Mandy Schiefner — 18. Januar 2009 #
Der vorangegangene Kommentar bringt mein Dilemma in Anbetracht solcher (und ähnlicher) Listen schon ziemlich genau auf den Punkt: So ist Planung nicht möglich. Es handelt sich quasi um die Umkehrung des klassischen Problems der Erkenntnistheorie, bei dem auf der Suche nach basalen Gründen ein infiniter Regress in Richtung des Zeithorizonts der Vergangenheit aufgemacht wird.
Bei “Planung” (für Skills, Kompetenzen etc.) wird dieses Verhältnis einmal in Richtung der Zukunft gespiegelt: Ein “critical thinking” (ich würde lieber von Selbstbeobachtung eines Systems sprechen), das hierbei analog zur Angabe von Gründen Zäsuren/Konditionalisierungen für die Planung setzt, kann selbst wieder kritisch gedacht werden. Anders: Das System beobachtet sich beim Beobachten von Beobachten usf. ad infinitum. Wie wird dieser Regress unterbrochen? Durch die Formulierung solcher Listen wie oben. Dass diese dabei ein Paradebeispiel für Kontingenz sind, ergibt sich notwendig aus der Beobachtung durch Beobachter.
Lange Rede, kurzer Sinn: Bewusstsein für Kontingenz und Komplexitätsreduktion. Und dafür, wie die beiden Hand in Hand gehen. Das wär’ meine Liste.
P.S. Es gibt da in “Nie wieder Vernunft” ein schönes Zitat von Dirk Baecker, das ich leider erst von Zuhause posten kann. Wird nachgeschickt.
Kommentar von Sebastian — 19. Januar 2009 #