global Adventskalender

Laut wikipedia ist der Adventskalender zwar eine typisch deutschsprachige Tradition. Unter der Überschrift „Globalisierung“ heißt es aber: „Da man Adventskalender mittlerweile weltweit vermarktet, müssen die Motive auch überall verstanden werden. Statt Maria und Josef finden sich so inzwischen auch Bären oder Bambis.“ – Hier ist man noch einen Schritt weiter gegangen in diese Richtung:

Dieser Adventskalender kann geradezu als Sinnbild dessen angesehen werden, was hinter dem Begriff „Globalisierung“ bei genauem Hinsehen steckt: Totale Abstraktion von kulturspezifischen Schnickschnack (Maria, Josef, Bären, Bambis) und Reduzierung auf das objektiv Wesentliche: 6 * 4 = 24.

In gewisser Weise ist das dem Prinzip Database im Sinne Lev Manovich vergleichbar: Totale Dekontextualisierung, die Welt als Database oder Pillenpackung. Von nichts mehr zusammengehalten als einer – paradoxerweise auch noch höchst rigiden – technischen Struktur, ohne irgendeinen Kontext, roten Faden oder thematische Präferenz. Totales anything goes: „Indeed, if after the death of God (Nietzsche), the end of grand Narratives of Enlightenment (Lyotard) and the arrival of the Web (Tim Berners-Lee) the world appears to us as an endless and unstructured collection of images, texts, and other data records, it is only appropriate that we will be moved to model it as a database.“ (Manovich: Database as a symbolic Form)

One Reply to “global Adventskalender”

  1. hm – sollten die blog-leser nicht auch die rückseite des abgebildeten advents-kalenders zu sehen bekommen?

    jedenfalls bei meinem ist da durchaus ein schneemann drauf, d.h. die totalte verkürzung auf 24 wird bei mir durch die rückseite mit aufgedrucktem schneemann-bild etwas abgemildert.

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