Rückschau Lehre SoSe 08, Teil 2: Ringvorlesungen

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Teil 2 der Rückschau auf das stark von der Lehre geprägte Sommersemester: Ringvorlesungen. Die „kunstpädagogischen Positionen“ und die „Medien & Bildung“ hatten in diesem Semester nur jeweils 7 Vorlesungstermine. Alle 14 Tage also nur ein Gastreferent. Dazwischen fanden Seminarsitzungen zur Vor- und Nachbereitung der Vorträge statt. Dieses Modell hatte ich mir bei Winfried Marotzki und Johannes Fromme abgeguckt, die ihre Ringvorlesung „Neue digitale Kultur- und Bildungsräume“ im WiSe 07 in dieser Weise gestaltet hatten.

Im Rückblick hat sich das Konzept bewährt. Bei den – erstmals gemeinsam mit Andrea Sabisch organisierten und durchgeführten – „kunstpädagogischen Positionen“ waren die Studierenden erheblich besser beteiligt und haben sich intensiver mit den Themen und den Referenten auseinandergesetzt als es – so vermute ich wenigstens – bei vorherigen Form (12-14 Vorträge, keine gemeinsame Vor-/Nachbereitung) der Fall war. Auch waren die Leistungen der Studierenden im Kolloquium am Ende des Semesters (1,5-stündiges Prüfungsgespräch in Kleingruppe zu 6-10 Personen, vorbereitet durch ausformulierte Thesenpapiere der Studierenden zu jeweils 3 frei zu wählenden Vorträgen) im Durchschnitt spürbar besser, als ich es aus früheren Semestern gewohnt bin. Das Konzept sollte auf jeden Fall so für die Zukunft übernommen werden.

Die Ringvorlesung „Medien & Bildung“ war anders und von anderen besucht. Während in der Kunst-Vorlesung etwa 90% Studierende der Kunstpädagogik (plus ca. 10 % interessierte Lehrer aus Hamburg & Umgebung) regelmäßig anwesend waren, schwankte die Teilnehmer-Zahl und -zusammensetzung bei der Medien-Vorlesung ganz erheblich in Abhängigkeit vom Wetter, Vortragenden und EM-Fußball-Programm. Es waren – vermutlich auch Themenbedingt – wesentlich mehr Nicht-Studierende dabei, die sehr gezielt zu einzelnen Vorträgen kamen und nicht an den Vor-/Nachbereitungssitzungen teilnahmen. Die „digitale Zukunft der Universität“ – so das Semesterthema – interessierte offenbar die Studierenden weniger als die Fachleute. Das liegt vielleicht auch daran, dass die Studierenden eher die „digitale Gegenwart der Universität“ interessiert (mit der es oft nicht allzuweit her ist …). Die Studierenden, die dennoch an der Ringvorlesung und an den Vor-/Nachbereitungssitzungen teilgenommen haben, haben sich jedoch auch hier auffällig intensiv mit den einzelnen Themen und Referenten auseinandergesetzt. Es hat in beiden Veranstaltungen sehr gute studentische Koreferate zu den einzelnen Vortragenden bzw. Vortragsthemen gegeben und ich meine so manchen fruchtbaren geistigen Erstkonttakt mit ungewöhnlichen Ideen und neuen Sichtweisen beobachtet zu haben.

Enttäuschend war die Beteiligung der Lehrenden aus der Fakultät und Universität. Die scheinen sich nur in sehr seltenen Ausnahmefällen für die digitale Zukunft ihres Arbeitsplatzes zu interessieren. Gründe dafür sind vielfältig. Einer, das sei aber zugunsten der Kollegen angemerkt, ist sicher die allgemeine Zeitknappheit durch allgemeine Überbeschäftigung. Es kann allerdings auch sein, dass die KollegInnen aus der Fakultät und Universität Gebrauch machen von der Video-Dokumentation der Vorlesung unter mms.uni-hamburg.de/blogs/medien-bildung. Die Nutzungszahlen sind hier jedenfalls recht hoch. Klicks kommen aber bei Weitem nicht nur aus Hamburg …

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Für die „kunstpädagogischen Positionen“, die wir dieses Semester auch auf Video aufgezeichnet haben, ist eine ähnliche Plattform wie für „Medien & Bildung“ in Arbeit. Auf beiden Plattformen soll es zukünftig Videos und MP3-Dateien der Vorträge geben, PDF-Downlaods der Texte und – falls book in demand – per Knopfdruck Bestellung der Print-Publikationen.

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