From calamari to cellphone college

„In fünf Schritten von Würstchen zu Plato“ hatte ich hier (S.46) Umberto Eco zitiert: „Aber ich sammelte Erfahrungen, akkumulierte Kenntnisse und warf nichts weg. Alles wurde säuberlich in Karteien verzettelt. Ich dachte noch nicht daran, die Karteien in einen Computer zu übertragen …, aber ich hatte mir eine Art künstliches Gedächtnis aus Kärtchen mit Querverweisen geschaffen. Kant – Nebelfleck – Laplace … Kant – Königsberg – die sieben Brücken von Königsberg – Theoreme der Topologie … Ein bißchen wie jenes Spiel, bei dem man durch Assoziation in fünf Schritten von Würstchen zu Plato gelangen soll. Sehen wir mal: Würstchen – Schwein – Borste – Pinsel – Manierismus – Idee – Plato. Leicht.“ (Eco, U.: Das Foucaultsche Pendel. München: Deutscher Taschenbuch Verlag 1993, 266)
Daran musste ich gerade wieder denken anlässlich der iPod-Werbung, auf die Beat Doebeli hinweist. Er schreibt, der Spot sei bestens geeignet, „die Fachbegriffe Konvergenz, mobile computing, ubiquitous computing (Biblionetz:w00533) und location based services (LBS) (Biblionetz:w01010) allgemein verständlich zu erklären.“
Daran erinnert wurde ich wiederum durch Weys Hinweis auf diesen Artikel aus der Chinapost: Cellphone college class opens in Japan. Die Cyber University bietet nun erstmals Kurse fürs Handy an: „For classes for personal computers, the lecture downloads play on the monitor as text and images in the middle, and a smaller video of the lecturer shows in the corner, complete with sound. The cellphone version, which pops up as streaming video on the handset’s tiny screen, plays just the Power Point images.“
Zurzeit ist das hier noch nicht recht vorstellbar (wie wir im Rahmen ePUSH gerade durch Gespräche mit Lehrenden der Fakultät festgestellt haben), aber mittelfristig werden iPhone ff wohl die Hochschule und Schule ganz gewaltig verändern. Wenn jeder Schüler die Wikipedia, das Internet, „das Wissen der Welt“ (so warb Lycos Ende der 1990er Jahre für das Internet) in der Hosentasche mit sich herumträgt, wird Schule von anderen Prämissen ausgehen müssen als z.B. der „An-eignung von Wissen“ (oder gar dem „Durchnehmen“ von „Stoff“).

Siehe dazu auch den Horizon Report 2007 über Mobile Phones (Time-to-adoption Horizon: Two to Three Years): „The convergence of ubiquitous broadband, portable devices, and tiny computers has changed our concept of what a phone is meant to be. A pocket-sized connection to the digital world, the mobile phone keeps us in touch with our families, friends, and colleagues by more than just voice. Our phones are address books, file storage devices, cameras, video recorders, wayfinders, and hand-held portals to the Internet—and they don’t stop there. The ubiquity of mobile phones, combined with their many capabilities, makes them an ideal platform for educational content and activities. We are only just beginning to take advantage of the possibilities they will offer.“

Von Pirat zu Wissensmanagement in fünf Schritten? Leicht … (dazu übrigens auch: Die Macht der neuen digitalen Unordnung (P. Baumgartner über David Weinbergers „Everything Is Miscellaneous. The Power of the New Digital Disorder“))

Siehe dazu auch Michael Weschs Information R/evolution, aber auch schon Ted Nelson anno 1974: Subjects? There are no subjects. Everything is deeply intertwingled.

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