Prof. Dr. phil
Kunst und ihre Didaktik
* 1965


Skills für das Überleben in der Wissensgesellschaft

Zum gestrigen Beitrag – Sind Sie Experte? Nein, ich kann googeln #Mediokratie, #Wissensmanagement – noch: In bzw. neben dem schon erwähnten taz-Artikel, der die Serie über das “Lernen 2.0″ startete, wird Tony Wagner zitiert. Er nennt 7 survival skills, die Schüler für das Überleben in der Wissensgesellschaft erwerben sollten:

  • critical thinking and problem solving
  • collaboration across networks and leading by influence
  • agility and adaptability
  • initiative and entrepreneurship
  • effective oral and written communication
  • accessing and analyzing information
  • curiosity and imagination.

Gefragt sind nun vernünftige Übersetzungen und Interpretationen der hier verwendeten Begrifflichkeiten – die in der taz vorgeschlagenen z.B. scheinen mir eher vom Babelfish produziert zu sein… Wer hat bessere Vorschläge?

Den Spalt zwischen den mit diesen Skills verbundem Anspruch und dem, was die (us-amerikanischen) Schulen tatsächlich hervorbringen, nennt Wagner den “Global Achievment Gap”. So auch der Titel seines neuen Buchs. Bin gespannt …

Microblogging, Ambient Sound der Wissensgesellschaft und das Ende der Expertokratie

Genial, wie jonas28 die Dinge hier innerhalb von (zweimal) 140 Zeichen auf den Punkt bringt:

jonas28 … “Sind sie Jurist?” – “ne ich kann googlen!” #kirchenaustritt

jonas28 Mir ist es gerade als erstem menschen im bezirksamt eimsbüttel gelungen einen #kirchenaustritt für eine andere person durchzuführen

Eigentlich interessiert mich an meinen derzeitigen microblogging-Experimenten hauptsächlich der Ambient-Sound der Wissensgesellschaft, oder wie Christina es nannte, der Ambient-Sound im “Großraumbüro” ” – so, als ob ich im Großraumbüro sitze und immer mal wieder zuhöre, was die anderen so sagen.” Die globale Wissensgesellschaft als Großraumbüro … schöne Metapher!!

Aber nun bemerke ich mit großer Freude, welch neue Form von Poesie (= Ver-Dichtung) sich da herausbildet: Das Ende der Expertokratie in 60 Zeichen: “Sind sie Jurist?” – “ne ich kann googlen!” #kirchenaustritt

Grassroot Technology

Alex hatte uns im Kontext der ePUSH-Maßnahme e-Infrastructure und seiner Beschäftigung mit interactive whiteboards schon vor ein paar Monaten das Video von Johnny Lee gezeigt. Mittels extrem günstiger Hardware (Wii Remote und selbstgebastelter Infrarot-Stifte) hat er ein überaus interessantes neues Interface gebaut. (Und unser genialer neuer studentischer Mitarbeiter Ole hat den Infrared-Lightpen schon gleich nachgebaut, nur noch viel besser!)

Offenbar haben auch die finnischen und spanischen Kommilitonen, die beim international seminar epedagogy Design im ZKM die Ergebnisse ihres Semester-Projekts Envisioning new interfaces in cooperative media culture vorgeführt haben, dieses Video gesehen und eine ähnliche Vorrichtung gebastelt.

Laut YouTube haben seit Dezember 2007 1.371.354 Menschen dieses Video mit der Bastelanleitung gesehen. Selbst wenn nur ein winziger Teil der Besucher das multitouch whiteboard für 45,- € nachbaut und weiter mit der Technologie herumexperimentiert und diese weiterentwickelt, sollten sich die Hersteller der großen Lösungen schon mal auf heftige user generated Konkurrenz einstellen. Ich bin gespannt, was die diesmal auf YouTube basierende collective intelligence (siehe dazu auch das Thema grassroot video im Horizon Report 2008) in den nächsten Monaten noch hervorbringt …

www.medialogy.de, Torsten Meyer, Impressum
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