Kunst und ihre Didaktik
* 1965
mbr monthly #008: A. Schnurr: Weltsicht im Plural

Im Rahmen der Reihe .mbr monthly laden wir herzlich ein zum Gastvortrag:
Dr. Ansgar Schnurr (TU Dortmund)
Weltsicht im Plural. Ästhetische Sozialisation in jugendlichen Milieus
29.6.2011, 16:00, R 244
Oft ist in kunstpädagogischen Entwürfen von dem lebensweltlichen Horizont der SchülerInnen die Rede, von dem Tellerrand, über den hinaus zu blicken empfohlen wird. Der Singular, in dem von der ästhetischen Sozialisation gesprochen wird, gerät jedoch durch die Lektüre sozialwissenschaftlicher Milieuanalysen ins Wanken. Die im Vortrag diskutierte „U 27-Jugendstudie“ des Sinus-Instituts problematisiert die milieubedingte Verschiedenheit von jugendlichen Weltbildern und ästhetischen Verhaltensweisen und ist damit sehr geeignet, um über lebensweltliche Standorte erneut nachzudenken.
[continue reading mbr monthly #008: A. Schnurr: Weltsicht im Plural]
Welt als solche sieht man nicht
Ästhetik verstehe ich vor allem als Frage nach Darstellung und auch nach Darstellbarkeit. Darum ist auch das, was nicht wahrgenommen werden kann, weil es unsichtbar (z.B.), jedenfalls nicht problemlos darstellbar ist, ein Thema Ästhetischer Bildung.
Schwer darstellbar zum Beispiel ist das, was oft leichtsinnig “Globalisierung” genannt wird. Jacques Derrida weigert sich schon, nur das Wort “globalization” zu verwenden. Er beharrt auf dem frz. “mondialisation”, das er als dt. “Weltweit-Werden” wiedergibt. Er beharrt auf eine “Welt [monde, world, mundus], die weder der Kosmos, noch der Globus, noch das Universum ist.” (Die unbedingte Universität, S. 11)
Die zentralperspektivische Version des Weltweit-Werdens, der Globus als fassbare Repräsentation, funktioniert nicht mehr. Der “Globus” und die “Globalisierung” suggerieren eine abstrakte Vogelperspektive, die mit den Details und den Differenzen nichts zu tun haben will. Derridas “Weltweit-Werden” hingegen impliziert ein Anerkennen von Pluralität und damit verbundener Heterogenität der Kulturen.
Was wären angemessene Formen der Visualisierung des Weltweit-Werdens? Continue reading Welt als solche sieht man nicht…
www.medialogy.de,
Torsten Meyer,
Impressum
Powered by WordPress with my own theme based on Hiperminimalist Theme design by Borja Fernandez.
Entries and comments feeds.
Valid XHTML and CSS.

